Ob ÄrztInnen, Pflegekräfte oder Verwaltung – die Beschäftigten in Krankenhäusern spüren den Druck der Corona-Pandemie. Dennoch haben einige Kliniken, allen voran private, vorsorglich Kurzarbeit angezeigt. Ihre „wirtschaftliche Stabilität“ sei nicht mehr gewährleistet.

Viele öffentlich finanzierte Kliniken stocken derzeit Intensivbetten auf. PflegerInnen müssen sich an neue Arbeitsfelder und höheren Aufwand gewöhnen. Kliniken, die sich aber auf nicht notwendige „Zusatzleistungen“ spezialisiert haben, haben bedeutend weniger zu tun. Behandlungen und Eingriffe, die verschiebbar sind, sind zu verschieben. Außerdem würden viele PatientInnen ihre Termine aus Vorsicht selbst absagen.

Durch diese abgesagten Eingriffe verbuchen die Kliniken nun Einkommenseinbrüche. Der Staat stellt ein Finanzierungspaket für Kliniken auf, doch der Vorstandschef der Paracelsus-Kliniken sieht „keine andere Wahl„, als Kurzarbeit anzumelden. Die „wirtschaftliche Stabilität der Einrichtungen“ stünde auf dem Spiel.

Ähnlich äußert sich die Segeberger Kliniken-Gruppe, der größte private Klinikbetreiber in Schleswig-Holstein: Derzeit sei man noch in Diskussion mit dem Betriebsrat, doch man rechne mit einer „dreistelligen Personenzahl“ in Kurzarbeit.

Personalchef der Paracelsus-Kliniken, Martin Schlie, betont aber, dass man sich an der Krise natürlich nicht bereichern wolle.


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