Bis auf diejenigen, die das Coronavirus zum Anlass für anti-asiatischen Rassismus nahmen, war es aus der rechten Ecke in der Corona-Pandemie eher still. Die AfD hat so schlechte Umfragewerte wie schon seit Jahren nicht mehr. Jetzt rufen Reichsbürger mit einer antisemitischen Verschwörung zum Widerstand am 1. Mai auf.

Mitglieder der selbsternannten „Reichsbewegung“ sehen hinter der Ausbreitung des Coronavirus einen „großen Schwindel“. Deswegen soll sich ihr Widerstand ab dem 1. Mai gegen „Corona-Panikmacher, Impf-Propagandisten und Denunzianten, ebenso aber auch Befürworter von Tracking-Apps und der Bargeld-Abschaffung“ richten. Unter anderem per Email erreichte eine Aufforderung dazu AnhängerInnen und Medien.

Im Text rufen die anonymen rechten VerfasserInnen dazu auf, die staatlichen Maßnahmen kategorisch zu boykottieren. Auf Infektionsschutz müsse man nicht Acht geben, denn es handle sich um eine „Inszenierung des unglaublich dreisten Corona-‚Virus‘-Theaters“. Dieses Theater sei Teil eines „Vernichtungskriegs gegen die europäischen Völker und besonders gegen uns Deutsche“. Quellen, denen das Schreiben vorliegt, sprechen von einer antisemitischen Struktur der Verschwörung.

Konkret drohte das Schreiben neben PolitikerInnen auch VirologInnen: „Alle führenden Vertreter des Robert-Koch-Instituts, der Virologie- und Impfstoff-Lobbies sind für immer hinter Gitter zu bringen!“. Zeitnah sollten diese mit einer „gerechten Strafe“ rechnen.

Bei fast jedem gegebene Anlass gab es in den vergangenen Jahren einen Aufruf der Reichsbürger-Bewegung zum Tag X. Diesmal scheinen sie den 1. Mai zum Tag X machen zu wollen.


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