Das Coronavirus ist nicht politisch, aber es spitzt alle sozialen Widersprüche zu. So sterben weltweit vor allem arme Menschen nach einer Infektion mit dem Virus.

Wie das Nachrichtenportal Telepolis mit Bezug auf einen Bericht des französischen Gesundheitsobservatoriums berichtet, gibt es in Frankreich zwei Hotspots für die Verbreitung von Corona.

Einer davon ist die Region um die Hauptstadt Paris, in der der Anteil der Infizierten Schätzungen zufolge zwischen 8 und 21% der Bevölkerung liegen soll. Innerhalb dieser Region sticht jedoch das arme Viertel Seine-Saint-Denis mit einer besonders hohen Übersterblichkeit hervor. Hier starben im März dreimal so viele Menschen wie sonst.

Der zitierte Bericht führt die höhere Sterblichkeit und Verbreitung selbst auf die soziale Ungleichheit zurück. Die beengten Wohnbedingungen erleichtern die Verbreitung des Virus. Hinzu kommt, dass ein großer Anteil der Berufstätigen in Seine-Saint-Denis in Berufen tätig ist, die trotz Virus und Lockdown wie bisher weiter den Gang zum Arbeitsplatz erfordern: Supermärkte, Müllentsorgung, Krankenhäuser.

Ganz ähnliche Phänomene werden aus den USA berichtet, wo die durchschnittlich sozial schlechter gestellten Schwarze und die Latino-Community von einer besonders hohen Sterblichkeit an Corona betroffen sind. Auch hier sind diese MigrantInnen besonders häufig in angeblich oder tatsächlich systemrelevanten Berufen tätig.

Erschwerend kommt hinzu, dass viele von ihnen keine Krankenversicherung haben und sich somit keine frühzeitige ärztliche Behandlung, Beratung oder Diagnose leisten können. Aus diesen Gründen sterben beispielsweise in New York schwarze US-AmerikanerInnen etwa doppelt so oft an den Folgen der Virus-Erkrankung wie gleichaltrige Weiße.


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