In Bremerhaven und in der Nachbarstadt Cuxhaven sind bereits etwa 150 Menschen der Pfingstgemeinde und ihres Umfelds in Quarantäne. Weitere Kontaktpersonen werden ermittelt.

Inzwischen hat sich bei vielen Menschen eine neue Normalität eingestellt. Diese ist jedoch oft trügerisch, da das Virus sich immer noch in Deutschland verbreitet. So kam es auch, dass sich bei einem Gottesdienst der Freien Evangeliums-Christen-Gemeinde viele Menschen ansteckten, auch wenn für die Veranstaltung ein Hygienekonzept geplant wurde. Der erste Fall wurde vor einer Woche am Samstag bekannt, seitdem erhöht sich die Fallzahl. In Bremerhaven wurden 20 Infektionen bestätigt, in Cuxhaven sind es 29. Das Alter der Infizierten liegt zwischen 12 und 80 Jahren. 2 der Infizierten sind momentan im Krankenhaus, davon ist eine Frau schwanger.

Wie sich die Menschen genau angesteckt haben, ist noch nicht klar. Bei diesem Infektionsausbruch ist aber zu erkennen, dass sich die Ausbreitung hauptsächlich auf wenige große Familien bezieht. Trotzdem sind in Bremerhaven sowie auch in Cuxhaven SchülerInnen aus diesen Familien noch in die Schule gegangen. „Das Ausbruchsgeschehen wird weiter ermittelt“, sagte ein Sprecher der Bremer Gesundheitssenatorin am Freitagmorgen.

Verschärfungen geplant?

Der Leiter des Bremerhavener Krisenstabs, Ronny Möckel, rechnet mit einer dreistelligen Zahl Infizierter im Zusammenhang mit diesem Fall. Damit könnte die Stadt über den wichtigen Schwellenwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 EinwohnerInnen in einer Woche kommen. Damit würden wieder Verschärfungen der Maßnahmen in Kraft treten. Momentan liegt der Wert für Bremerhaven bei 23,8.

Für die nächsten zwei Wochen sind alle Treffen der rund 800 bis 1.000 Gemeindemitglieder untersagt.


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