Ermittler haben auf dem Smartphone des mutmaßlichen Mordhelfers Markus H. geheime Schulungsunterlagen der hessischen Polizei gefunden. Diese beschreiben das Vorgehen bei Fahndungen in Fällen „terroristischer Gewaltkriminalität von bundesweiter Bedeutung“.

Vor einem Jahr wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke von Faschisten erschossen. Die Bundesanwaltschaft wirft Stefan E. vor, den tödlichen Schuss auf Lübcke abgegeben zu haben und die Tat über Jahre geplant zu haben. Dieser beschuldigt wiederum seinen Komplizen Markus H., geschossen zu haben.

Wie verschiedene Medien nun berichten, haben die Ermittler auf einem Mobiltelefon des mutmaßlichen Mordhelfers Markus H. ein abfotografiertes Dokument der Hessischen Hochschule für Polizei und Verwaltung gefunden, das als „Verschlusssache – nur für den Dienstgebrauch“ eingestuft war. Das Dokument sei Teil einer Schulungsunterlage zur Polizistenausbildung, in der es um Fahndungen in Fällen „terroristischer Gewaltkriminalität von bundesweiter Bedeutung“ geht.

Wie das Dokument auf das Smartphone gekommen ist, sei bisher unklar. Neben dem Dokument fanden die Ermittler zudem einen Leitfaden aus der rechten Bewegung mit Tipps, wie man einer Überwachung der Behörden entgehen könne.

Bisher hat die Bundesanwaltschaft keine Beweise über eine direkte Beteiligung von Markus H. an dem Lübcke-Mord. Klar ist jedoch, dass Markus H. zwei Tage nach dem Mord 250 Datensätze aus einem verschlüsselten Chat mit Stefan E. löschte. Nach offiziellen Angaben ist es den Ermittlern bisher nicht gelungen, diese Daten wieder herzustellen. Die Bundesanwaltschaft geht jedoch davon aus, dass es sich um „tatbezogene Kommunikation“ handelte.


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