In einem chinesischen McDonalds seien die ArbeiterInnen angewiesen worden, keine schwarzen Menschen mehr zu bedienen. Einige schwarze Personen seien in ihrer Wohnung eingesperrt, andere gar aus der Wohnung geworfen worden. Anti-Schwarzer Rassismus flammt in der südchinesischen Stadt Guangzhou auf, das US-Konsulat spricht eine Warnung aus. Die chinesische Regierung beschuldigt hingegen die USA, Rassismus zu inszenieren um chinesisch-afrikanische Beziehungen zu sabotieren.

Das US-amerikanische Konsulat hatte AfroamerikanerInnen gewarnt, Guangzhou momentan zu meiden. Menschen die „dem Äußeren nach afrikanischer Herkunft“ waren, so das Konsulat, seien nachts aus Hotels geworfen und Opfer rassistischer Anfeindungen geworden. Unter anderem habe man ihre Reisepässe konfisziert.

Die chinesische Regierung weist alle Vorwürfe von sich und sieht in ihnen den Versuch der USA, „einen Keil zwischen China und Afrika zu treiben“.

Reaktionen aus Kemerun und Uganda

Tatsächlich gab der ugandische Journalist John Njroge prompt ein Statement ab. Afrikanische Regierungen sollten die Beziehungen zur  chinesische Politik bedenken und mit Flugzeugen die „Brüder und Schwestern nach Hause holen“. Stattdessen griffen Uganda und Kamerun zu einem anderen Mittel. Um Infektionsrisiken zu senken, sollten die Reisenden nicht heimgeflogen werden, sondern finanzielle Unterstützung erhalten. 60.000 Dollar sollten z.B. ugandische StudentInnen über die Botschaft in Peking erreichen, doch allem Anschein nach ist das Geld nie angekommen.

Antirassistischer Protest in sozialen Medien

Unabhängig von allen Konflikten, die derzeit zwischen der Gruppe afrikanischer Botschafter, der chinesischen Regierung und dem US-Konsulat laufen, häufen sich in sozialen Medien Berichte von schwarzen Personen, die aktuell durch Rassismus in Guangzhou bedroht sind. Die Antwort ist digitaler Protest, vor allem unter dem Hashtag #chinaantiblackracism.


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