Die USA sind von der Weltwirtschaftskrise mit am härtesten betroffen. Nun prognostiziert der Chef der Notenbank des Landes, Jerome Powell, einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 20 bis 30 Prozent für das zweite Quartal des Jahres. Auch die Arbeitslosenquote könne weiter steigen. Zuvor hatte die Regierung bereits billionenschwere Hilfspakete für die Wirtschaft geschnürt.

Bereits im ersten Quartal des Jahres 2020 war die Wirtschaft der Vereinigten Staaten um 4,8 Prozent geschrumpft. Zwischen Februar und April war dann die Arbeitslosenquote von 3,5 auf fast 15 Prozent in die Höhe geschnellt. Bereits 36,5 Millionen US-amerikanische ArbeiterInnen haben in dieser Wirtschaftskrise ihren Job verloren.

Am Sonntagabend amerikanischer Ortszeit verkündete der Direktor der US-Notenbank „Fed“, Jerome „Jay“ Powell, in einem Interview mit dem Fernsehsender CBS, dass dieser Abwärtstrend sich fortsetzen werde. Neben einem Rückgang des BIP um bis zu 30 Prozent sei auch ein weiterer Anstieg der Arbeitslosenquote auf 20 bis 25 Prozent möglich.

Die weitere Entwicklung macht er dabei von den Fortschritten in der Corona-Krise abhängig. In den USA, die mit 1,48 Millionen gemeldeten Infektionen am Sonntag am stärksten von der Pandemie betroffen sind, hatten viele Geschäfte wegen gesetzlicher Beschränkungen schließen müssen. Im Falle einer Abnahme in der Ausbreitung des Virus gäbe es also auch eine „gute Chance“ auf ein erneutes Wirtschaftswachstum in den kommenden Monaten, so Powell.

Dennoch sei eventuell ein Impfstoff für eine komplette Erholung notwendig. Mit einer ähnlich starken Weltwirtschaftskrise wie vor 90 Jahren rechnet der Chef der Fed jedoch nicht.

Die US-Regierung hatte dabei bereits in den vergangen Monaten, wie auch die Bundesregierung, Hilfspakete für große Konzerne in Rekordhöhe beschlossen. Das größte davon war ganze zwei Billionen Dollar schwer. Auch die US-Notenbank hatte Maßnahmen ergriffen. So wurden der Leitzins Mitte März auf zwischen 0 und 0,25 Prozent abgesenkt und große Anleihenkäufe angekündigt, um Geld in die Wirtschaft zu pumpen.


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