Kurzarbeit bedeutet, dass der Staat einen Teil der Arbeitslöhne für die Unternehmen bezahlt, damit diese ihre ArbeiterInnen nicht entlassen. Über 7 Millionen Menschen sind davon derzeit betroffen. Rund ein Drittel der ArbeiterInnen, die derzeit in Kurzarbeit sind, gehen davon aus, den Job in Zukunft komplett zu verlieren.

Das geht aus einer Untersuchung des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) hervor.

Demnach halte rund ein Drittel aller KurzarbeiterInnen den eigenen Job für „akut gefährdet“. Fragt man nur diejenigen, die bereits komplett freigestellt wurden, sehen diese ihre Lage noch schlimmer. Hier glaubt nur jede/r Vierte (27 Prozent), dass der eigene Job die Krise überlebt.

„Besonders Beschäftigte, die schon vor der Corona-Pandemie unter prekären Bedingungen angestellt waren, spüren die Auswirkungen der Krise. Sie hatten bereits in den ersten Wochen des Lockdowns ein wesentlich höheres Risiko, arbeitslos zu werden, und schätzen nun ihr zukünftiges Arbeitslosigkeitsrisiko vergleichsweise hoch ein“, sagte Co-Autorin Katja Möhring.

Auch in den besonders von der akuten Krisenphase im Frühling betroffenen Branchen machen sich laut Studie wachsende Sorgen um den Arbeitsplatzverlust breit: Dies gelte besonders für das Gastgewerbe, den Kunst- und Unterhaltungssektor und den Handel. Im Bereich Kunst und Unterhaltung hält demnach ein gutes Drittel der Befragten den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes für wahrscheinlich.

„Die Antikrisenmaßnahmen der Regierung genießen zwar insgesamt Vertrauen – in den besonders betroffenen Branchen und Personengruppen zweifeln aber inzwischen Viele, dass die umfangreichen Konjunkturpakete gravierende Jobverluste tatsächlich werden verhindern können“, lautet das Fazit von Co-Autor Friedrich Heinemann. „Das Instrument der Kurzarbeit wird von den Betroffenen längst nicht mehr als zuverlässiger Schutz gegen Arbeitslosigkeit betrachtet.“

Schaut man sich Stimmungslage allez ArbeiterInnen an, sind viele trotz allem noch optimistisch. Trotz der Schwere des ökonomischen Einbruchs im März und April ist der Anteil der Befragten, die kein oder nur ein geringes Risiko für den Verlust des eigenen Arbeitsplatzes auf Jahresfrist sehen, zwischen Januar und Mai lediglich von 92,5 auf 85,1 Prozent gefallen.

 


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