In Siegen versucht die faschistische Organisation „Der III. Weg“ mit einer neuen Zentrale ein weiteres Standbein aufzubauen. Das antifaschistische Bündnis „Siegen gegen Rechts“ mobilisierte zu einer Demo gegen diese Zentrale rund 2.000 TeilnehmerInnen.

Der dritte Weg ist eine faschistische Splitterpartei, die sich selbst als „völkische Weltanschauungspartei“ und mit den Attributen „national, revolutionär, sozialistisch“ beschreibt. Kürzlich eröffneten sie in Siegen eine weitere Parteizentrale – dies aber nicht irgendwo im Stadtgebiet, sondern in einem besonders migrantisch geprägten Straßenzug.

Gegen diese Parteizentrale organisierte das Bündnis „Siegen gegen Rechts“ in kurzer Zeit antifaschistischen Widerstand. An dem Protest am Freitag, 10. Juli, nahmen rund 2.000 Menschen teil, 1.000 an der Demonstration. Die Polizei hatte ursprünglich nur erlauben wollen, die DemonstrantInnen in Zehnerguppen an der Zentrale vorbeizuführen, dann 400 Menschen die Teilnahme an der Demo erlaubt.

Die Polizei verzögerte den Beginn der Demonstration um rund eine Stunde. Obwohl die Teilnehmenden Mund-Nasen-Bedeckung trugen, hatten sie sicherzustellen, dass ihre Gesichtszüge erkennbar blieben.

Während der Demonstration änderte die Polizei ohne vorherige Rücksprache die Route und versperrte den Protestierenden den Weg zur Parteizentrale. TeilnehmerInnen berichten, dass die Polizei Gewalt androhte, sollten sie versuchen die Straßensperre zu durchbrechen. Die DemonstrationsteilnehmerInnen wurden gefilmt.

Während und nach der Demonstration sollen AnhängerInnen der faschistischen Partei durch Siegen spaziert sein, um AntifaschistInnen zu beobachten. Einige DemonstrationsteilnehmerInnen, vor allem MigrantInnen, kontrollierte die Polizei im Nachhinein.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.