Am Samstag haben in über 17 Städten Demonstrationen, Kundgebungen und kreative Aktionen gegen die Abwälzung der Wirtschaftskrise auf den Rücken der ArbeiterInnen, MigrantInnen, Frauen, Jugendliche und kleinen Selbstständigen stattgefunden. Organisiert wurde der Aktionstag von einem bundesweiten Bündnis verschiedener antikapitalistischer Organisationen unter dem Motto „#NichtaufunseremRücken“.

Auf seiner Website berichtet das Bündnis über die Aktionen in über einem Dutzend Städten.

Stuttgart

Unter dem Motto „Nicht auf unserem Rücken“ demonstrierten 400 Menschen am 18. Juli durch Stuttgart. Am Rand des Demozugs fanden immer wieder kleine Aktionen statt. So wurde unter anderem ein großes Banner mit der Aufschrift „Jobs erhalten! Rene Benko enteignen! Kapitalismus schließen!“ von der Dachterrasse von Galeria Kaufhof entrollt. In Redebeiträgen wurde das derzeitige Krisengeschehen aus unterschiedlichen Blickwinkeln thematisiert.

Freiburg:

In Freiburg haben ca. 50 Menschen eine laute Demonstration durch die Innenstadt durchgeführt. Es gab Redebeiträge vor der Universität zum Thema Jugend und Studierende in der Krise und vor den beiden Galeria Kaufhof-Karstadt-Filialen zu den anstehenden Entlassungen. Den Abschluss bildete eine Rede zum Thema Frauen in der Krise.

Karlsruhe:

Die 100 KundgebungsteilnehmerInnen schmückten den Platz mit vielen Transparenten und Plakaten. Eine selbst entworfene Installation veranschaulichte, dass Angestellte in verschiedenen Berufsfeldern auf der einen Seite als „systemrelevant“ eingestuft werden und auf der anderen Seite systematisch ausgebeutet werden.

Dort konnte man eine Krankenschwester, einen Bauarbeiter und eine Kassiererin mit einem Schild erkennen, auf dem zu lesen war: „Wir sind relevant. Das System ist es nicht!“ In den Reden wurden verschiedene Einzelproblematiken, welche die Krise mit sich bringt, thematisiert und in einen Kontext gestellt.

Köln:

In Köln sammelte sich ein Demonstrationszug mit ca. 100 Leuten. Zum Auftakt wurde über die miserablen Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie gesprochen. Anschließend wurde dem Arbeitgeberverband Köln ein Besuch abgestattet, um aufzuzeigen, welche Schweinereien diese Verbände fordern. Vor dessen Einfahrt wurde ein Transparent angebracht.

Ihren Schluss fand die Demo am Ebertplatz, wo neben einem Rap-Auftritt einige Beiträge zu den Auswirkungen der Krise und möglichen Perspektiven des Widerstands aus Sicht der Frauen und der Jugend vorgetragen wurden.

Nürnberg:

Rund 70 Leute beteiligten sich an einer Kundgebung vor dem Klinikum Nord und protestierten gegen schlechte Arbeitsbedingungen, Fallpauschalen und für eine Vergesellschaftung des profitorientierten Gesundheitssystems.

Ca. 25 Personen machten eine Straßentheater-Aktion, bei der sich zwei Champagner schlürfende Kapitalisten von verschiedenen schuftenden Werktätigen, die die ArbeiterInnenklasse symbolisierten, auf einer Luxusyacht durch die Innenstadt ziehen ließen.

Bei der Kundgebung am Nachmittag kamen weitere 100 Menschen zusammen. In verschiedensten Redebeiträgen wurde thematisiert, wie die Krise und die Pandemie verschiedene Teile der lohnabhängigen Klasse trifft, bzw. welche Aspekte unseres Lebens nun immer prekärer werden.

Berlin:

Bei einer Kundgebung mit 50-100 Leuten im Wedding wurde in Reden über verschiedene soziale Kämpfe berichtet, z.B. von den Streiks bei der Charité, den Kämpfen Wohnungsloser oder der Karstadt-Schließung. Außerdem wurden eine Kiez-Zeitung und ein Forderungskatalog zur Corona- und Wirtschaftskrise verteilt.

30 Personen beteiligten sich an der Kundgebung am Oranienplatz. Hier gab es Redebeiträge über die vom Kapitalismus verursachte Wirtschaftskrise, über das Infektionsschutzgesetz, die Lage an den Außengrenzen Europas und über verschiedene soziale Bewegungen und Proteste, die zur Zeit stattfinden. Dabei zeigte sich einmal mehr der Wunsch aller Beteiligten, eine gemeinsame soziale Bewegung von unten mit linken Inhalten aufzubauen.

Cottbus:

Auch in Cottbus sind circa 30 Menschen der Losung gefolgt: „Eure Krise: Nicht auf unserem Rücken“. So wurde in der Rede des Frauen*kollektivs die Situation der ArbeiterInnen in der Krise beschrieben. Es wurde auch die lokale Bedeutung von der Krise betroffener Wirtschaftszweige wie
Tourismus, Gastronomie und Kohlewirtschaft thematisiert.

Wuppertal:

Rund 30 Personen beteiligten sich bei einer Kundgebung in der Innenstadt. Es gab Redebeiträge zu den Auswirkungen der Corona-Krise auf Studierende und dem sich verschärfenden Rassismus. Die Kundgebung endete mit der Gewissheit, weiter gegen die Abwälzung der Krise auf uns auf die Straße zu gehen.

Gießen:

Hier wurde der Slogan „Eure Krise nicht auf unserem Rücken“ in riesigen Lettern an die Autobahnbrücke beim Philosophikum II tapeziert. Außerdem wurde ein Banner mit der Aufschrift „Erst kaputt sparen – dann Applaus?“ von einer Brücke herab gerollt. Den Höhepunkt markierte eine Street Art-Aktion, bei der ein Graffiti auf zwischen Laternen gespannte Frischhaltefolie gesprüht wurde.

Villingen-Schwenningen:

Hier gab es einen größeren Infostand in der Fußgängerzone. Auf Stellwänden wurden die Hintergründe der jetzigen Krise beleuchtet. Hier wurde besonders darauf eingegangen, warum wir uns als Lohnabhängige kollektiv wehren müssen.

Außerdem gab es Aktionen in Magdeburg, Mannheim, Konstanz, München, Kiel, Hamburg und Duisburg.


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