Allein im vergangenen Jahr ist das Vermögen der Dollar-Millionäre um mehr als 8,6 Prozent auf rund 74 Billionen Dollar gestiegen. 74.000.000.000.000 Dollar! Wer sich also fragt, wer die aktuellen Kosten der Wirtschaftskrise zahlen sollte, braucht eigentlich nicht lange zu suchen. – Ein Kommentar von Kevin Hoffmann

Jahr für Jahr fahren sie unvorstellbare Profite ein und mehren ihren Reichtum auf dem Rücken von uns Arbeiterinnen und Arbeitern. Werkverträge, Niedriglöhne und andere Schweinereien führen zu dieser Anhäufung gigantischen Vermögens, wie dem des selbsternannten Schweinekönigs und mehrfachen Milliardärs Tönnies und Konsorten.

Auch in Deutschland ist das Vermögen der Superreichen im vergangenen Jahr um 8,8 Prozent gewachsen. Sie besitzen zusammen mehr als 4,86 Billionen Euro. Allein in Deutschland gibt es rund 450.000 Menschen, die mehr als eine Million Dollar an Vermögen besitzen. Darunter 2.400 Menschen, die mehr als 100 Millionen Dollar besitzen – nur in den USA und China gibt es im übrigen mehr Menschen als in Deutschland, die mehr als 100 Millionen Dollar besitzen.

Was liegt also näher, als diejenigen Menschen nun in der Wirtschaftskrise zur Kasse „zu bitten“, die so viel besitzen, dass sie es niemals ausgeben könnten, und die diesen Reichtum lediglich durch unsere Ausbeutung erlangen konnten?

Die Reichen werden nicht freiwillig zahlen!

Klar ist jedoch auch, dass die MilliardärInnen und MillionärInnen nicht freiwillig für die – von ihnen durch massive Überproduktion von zu verkaufenden Waren geschaffene – Krise zahlen werden. Schon jetzt bezahlen wir für diese Krise und werden es – wenn sich nichts ändert – noch über viele Jahrzehnte tun.

Die gigantischen Rettungspakete für die Profite der großen Monopole, für Automobilhersteller, Banken, Versicherungen usw. liegen schon jetzt weit über 1.000 Milliarden Euro. Sie werden finanziert durch unsere Steuergelder. Die Bundesregierung lässt also uns für die Rettung der Profite zahlen.

Genauso sieht es mit der Schnapsidee der befristeten Mehrwertsteuersenkung aus: Neben dem Fakt, dass viele Unternehmen die Mehrwertsteuersenkung nicht an die KundInnen – also an uns – weiter geben, sondern sie in Form eines Extraprofits selber einstreichen, kostet dieser Marketing-Gag der Bundesregierung uns rund 20 Milliarden Euro, die wir über Steuern und Abgaben wieder finanzieren müssen.

Die KapitalistInnen die Krise bezahlen lassen

Doch um die KapitalistInnen die Krise bezahlen zu lassen, braucht es deutlich mehr als die Einsicht, wie ungerecht das Krisenmanagement der Bundesregierung ist, und dass es allein im Interesse der herrschenden Kapitalistenklasse ist.

Es braucht eine breite und starke Bewegung der Arbeiterinnen und Arbeiter, die gemeinsam mit den besonders von der Krise betroffenen Gesellschaftsschichten, den RentnerInnen, MigrantInnen, SchülerInnen und Studierenden, den Frauen auf die Straße tritt und ihre Interessen gegen den Druck von oben durchsetzt.

Ohne diese Bewegung, ohne den Kampf gegen die Abwälzung der Krise auf unsere Rücken, werden sich unsere Lebensumstände in den kommenden Jahren deutlich verschlechtern und unsere Armut wird noch mehr dazu beitragen, dass die Reichen noch reicher werden.


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