Aus den USA sind private Söldnerfirmen wie „Blackwater“ bekannt. Doch was viele nicht wissen: Auch deutsche Söldner ziehen im Ausland in den Krieg. Recherchen zur „Asgaard German Security Guards“ zeigen: eine Firma im legalen Graubereich mit faschistischen Verbindungen.

Still ist es um die Firma aus dem Münsterland geworden. Vor rund elf Jahren machte sie noch Schlagzeilen mit einem heiklen Auslandseinsatz in Somalia. Dorthin wollte das Söldnerunternehmen mehrere hundert deutsche Soldaten schicken, um den lokalen Warlord Abdinur Darmann zu unterstützen. Dieser Auftrag war so offensichtlich illegal, dass sich die Staatsanwaltschaft einschaltete. Zu dieser Zeit herrschte unter anderem ein Waffenembargo gegen das vom Krieg zerrüttete Somalia.

Das juristische Verfahren zog sich viele Jahre hin, bis 2019 der Richter das Verfahren gegen Zahlung von Geldauflagen einstellte. Einer der beiden Geschäftsführer musste 7.800 Euro an den Deutschen Kinderschutzbund zahlen, der andere 6.000 Euro an die Gesellschaft zur Förderung von Knochenmarkspenden. Doch was hat es mit den beiden Geschäftsführern auf sich?

Der Fisch stinkt vom Kopf

Bei der gesamten Geschäftsführung kann man eine eindeutig rechte Gesinnung erkennen: Zum einen ist da P. Stoy. Er trat in seinem Wahlkreis in Aachen für die AfD an, bekam allerdings nur 43 Stimmen (unter 2%). Zum anderen ist da der ehemalige Panzergrenadier der Bundeswehr, D. Gaßmann. Auf seinem Facebook-Profil war zu sehen, dass er einige mehr oder weniger faschistische Seiten mit „gefällt mir“ markiert hatte.

Dazu muss gesagt werden, dass Gaßmann nach einigen investigativen Reportagen zu seiner Person sein Facebook-Profil etwas ausgemistet hat. Das bedeutet, dass er Seiten mit offensichtlich faschistischem Bezug, wie zum Beispiel Pro NRW oder „Mosque Busters Germany“ entfernt hat. Trotzdem finden sich bei ihm noch AfD-PolitikerInnen, der niederländische Faschist Gerd Wilders, der Uniter Verein, der in das rechtsterroristische Hannibal-Netzwerk verwickelt ist, und auch das KSK.

Paramilitärische Ausbildungen im Ausland

Laut der offiziellen Website veranstaltet das Unternehmen Asgaard immer noch eine Vielzahl an Fort- und Weiterbildungen. Was zunächst harmlos klingen mag, ist in der Realität durchaus brisant. So veranstaltet die Firma 7-tägige Ausbildungen in Weißrussland, bei denen unter anderem taktisches Schießen, erste Hilfe im Gefecht für Soldaten, Fallschirmspringen und weitere nicht spezifizierte Tätigkeiten erlernt werden können.

Asgaard beantwortet aktuell so gut wie keine Fragen der Presse und das mit gutem Grund. Einige Facebook-Profile angeheuerter Soldaten legen jedoch nahe, dass weiterhin Soldaten im Ausland tätig sind.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.