Zum Ende des zurückliegenden Jahres lagen 56,2 Prozent der gesetzlichen Renten in Deutschland unter 1.000 Euro. Die Mehrheit der BeamtInnenpensionen liegt währenddessen bei mehr als 2.000 Euro. Die Bundesregierung verteidigt das. AntikapitalistInnen fordern eine Aufhebung des Zwei-Klassen-Systems bei der Altersvorsorge.

Mehr als die Hälfte der gesetzlich versicherten RentnerInnen in Deutschland empfängt weniger als 1.000 Euro im Monat, ungefähr ein Drittel von ihnen sogar weniger als 700 Euro.

Fast fünf Millionen Menschen bekommen nicht einmal 500 Euro aus der gesetzlichen Versicherung. Sie machen 23,8 Prozent der RentnerInnen aus.

Das geht aus einer Antwort der parlamentarischen Staatssekretärin des Arbeitsministeriums, Kerstin Griese (SPD), auf eine Anfrage der Linken-Fraktion hervor.

Die BeamtInnenpensionen sind hingegen deutlich höher: 65,2 Prozent von ihnen bekommen mehr als 2.000 Euro im Monat.

Griese verteidigt diese Zustände: In Anbetracht der höheren Qualifikation vieler BeamtInnen und des Anspruchs auf gesetzliche Rente nach einer Wartezeit von fünf Jahren seien diese Unterschiede „nicht verwunderlich“.

Dennoch entscheiden sie darüber, wer im Alter ein menschenwürdiges Leben leben kann, und wer nicht. In Zukunft droht ein weiterer und noch dramatischerer Anstieg der Altersarmut. Dieser entsteht unter anderem deshalb, weil es in Deutschland ein Zwei-Klassen-System bei der Altersvorsorge gibt:

Selbstständige, Abgeordnete und BeamtInnen zahlen in eine andere Rentenkasse ein als ArbeiterInnen in einem regulären Beschäftigungsverhältnis.

Bereits seit Langem drängen Linke und AntikapitalistInnen auf ein Ende dieses Systems. So forderte die Nachbarschaftsinitiative „Solidaritätsnetzwerk“ zu Beginn des Jahres eine Rentenkasse für alle und eine Mindestrente von 1.200 Euro.


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