Bundesweit erlangte er Aufsehen durch seine rassistischen und menschenfeindlichen Aussagen über Muslime. Nun unterlag er in dem parteiinternen Streit und muss seinen Hut nehmen. Doch Sarrazin kündigt schon an, bis vors Bundesverfassungsgericht gehen zu wollen.

Nachdem 2009 und 2011 bereits versucht wurde, Thilo Sarrazin aus der SPD zu entfernen, hat die Partei nun im dritten Anlauf seinen Ausschluss durchgesetzt. Mit seinen rassistischen und islamfeindlichen Aussagen und Büchern sorgte er mit dafür, dass die braune Ideologie bis weit in die SPD salontauglich wurde.

Am Freitag verkündete das oberste Parteischiedsgericht, dass der Ausschluss ab sofort gültig ist. Bereits Anfang des Jahres bestätigte die Berliner Landesschiedskommission in einem Berufungsverfahren, dass der Parteiausschluss rechtens ist. Zuvor hatte nämlich auch die Kommission auf Kreisebene den Ausschluss ausgesprochen. Nachdem nun die höchste Instanz innerhalb der SPD entschieden hat, kündigt Sarrazin an, weiter Berufung einzulegen und vors Gericht zu ziehen.

Sarrazin verbreitet seit langem ein extrem rechtes Weltbild

Seine Schriften lesen sich wie die Pausengespräche bei einem AfD-Parteitag. In seinem neuen Buch „die feindliche Übernahme“ verbreitet er weiter Ansichten, die man eher von der extremen Rechten hört, allerdings in einem akademischen Ton:

„Es ist die nachhaltige religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime in Verbindung mit ihrer demografischen Dominanz. Diese wird sie in wenigen Jahrzehnten zur Mehrheitsbevölkerung in Deutschland und Europa machen.“

Genauso hetzte er gegen die Ärmsten der Gesellschaft und unterstellt Hartz-IV-EmpfängerInnen pauschal mangelnde Intelligenz und Bildung.


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