Eine gemeinsame Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und der Uni Bielefeld dokumentiert die Diskriminierung von LGBTI+ ArbeiterInnen im Berufsleben. 40% der Befragten wurden in der Öffentlichkeit diskriminiert.

Die kürzlich erschienene Studie zeigt, dass etwa ein Drittel der LGBTI+ ArbeiterInnen seine sexuelle Orientierung und/oder Geschlechtsidentität vor seinen KollegInnen geheim hält. Sie hat außerdem deren Diskriminierungserfahrungen und Beschäftigungssituation erfasst.

Demnach haben bereits 30 Prozent der homo- und bisexuellen ArbeiterInnen Diskriminierung an ihrem Arbeitsplatz erlebt. Unter trans Personen sind es 40 Prozent. Vor ihren KollegInnen haben sich etwa 69 Prozent geoutet, vor ihren Vorgesetzten nur 60 Prozent.
Dabei gebe es keine höhere Arbeitslosigkeit unter LGBTI+ Personen als in der restlichen Bevölkerung.

Jedoch liegt der Anteil der AbsolventInnen einer (Fach-)Hochschule mit 60 Prozent unter queeren Menschen höher als bei anderen (42 Prozent).
Sie schlagen dabei häufiger einen Berufsweg im Gesundheits- und Sozialwesen und weniger in der Land- und Forstwirtschaft oder der Industrie ein. In den erstgenannten Bereichen erleben LGBTI+ ArbeiterInnen auch häufiger einen offenen Umgang mit ihrer Sexualität und/oder ihrer Geschlechtsidentität, nämlich in drei Viertel der Fälle.

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In der Studie geht es auch um die Diskriminierung in anderen Lebensbereichen außerhalb der Arbeitssituatio: So gaben 40 Prozent der Befragten an, in den letzten zwei Jahren in der Öffentlichkeit aufgrund ihrer Geschlechtsidentität oder Sexualität ausgegrenzt worden zu sein. Auf dem Wohnungsmarkt und auf Ämtern und Behörden ist dies etwa einem Achtel passiert, bei Begegnungen mit der Polizei 6 Prozent der LGBTI+ Personen.


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