Das „Pantanal“ ist das größte tropische Feuchtgebiet der Welt – bis jetzt. Denn dort haben die Waldbrände das doppelte Ausmaß der Brände in Kalifornien erreicht. Präsident Jair Bolsonaro leugnet weiterhin den Klimawandel und hat die Finanzierung von Brandschutzmaßnahmen blockiert.

Das Pantanal ist ein Gebiet im Westen Brasiliens, das an Bolivien und Paraguay grenzt. Kleinere Feuer sind dort normal und gehören zum Ökosystem. Die Landschaft ist geprägt von unzähligen Wasserläufen, welche die Brände begrenzen – normalerweise.

Die vergangenen Jahre waren derart trocken, dass kein Wasser den Feuern Einhalt gebot – nun brennen rund 22 Prozent des riesigen Feuchtgebiets. Die Dürre sei die schlimmste seit 47 Jahren, die Feuer hätten ungekanntes Ausmaß. ExpertInnen nennen das Ausmaß apokalyptisch.

Apokalyptisch für Menschen und Tiere

Bereits in fünf Gebiete, in denen indigene Gesellschaften leben, ist das Feuer vorgedrungen. Die Gebiete Baía dos Guató, Perigara und Tereza Cristina hat der Brand dabei schon zu 80 Prozent zerstört.

Das Pantanal ist ein ebenso sensibler wie vielfältiger Lebensraum von mehr als 580 Vogel-, 271 Fisch-, 174 Säugetier-, 131 Reptilien- und 57 Amphibienarten. Zahlreiche Staatsparks erfüllten die Aufgabe, bedrohte Tierarten zu schützen. Auch sie sind von den Feuern betroffen.

Bolsonaro blockiert Schutzmaßnahmen

Präsident Jair Bolsonaro hat die zerstörerischen Rodungen vorangetrieben und leugnet nach wie vor den menschengemachten Klimawandel. Trotz des Ausmaßes der Brände hat er die Budgets der bedeutendsten Brandschutzmaßnehmen für 2021 gekürzt.

Zusätzlich hat die Regierung bereits einige Befugnisse der halbstaatlichen Institution für Waldschutz, der „ICMBio“ (deutsch: Chico-Mendes-Institut für Biodiversitätserhalt) auf die Regierung übertragen. Diese plane nun eine grundlegende Umstrukturierung einiger Schutzgebiete.


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