Stürme, Dürren, Waldbrände und Hitzewellen: Laut einem UN-Bericht haben sich die klimabedingten Naturkatastrophen seit dem Jahr 2000 fast verdoppelt. Mindestens 1,2 Millionen Menschen sollen in den vergangenen 20 Jahren bei diesen Naturkatastrophen umgekommen sein.

Das UN-Büro für Katastrophenvorbeugung (UNDRR) veröffentlichte am gestrigen Montag seinen Report, pünktlich zum Internationalen Tag der Katastrophenvorbeugung am 13. Oktober. Der Bericht vergleicht die Naturkatastrophen, die zwischen 1980 und 1999 und im Zeitraum 2000 und 2019 geschehen sind.

Dem Bericht zufolge sei die Anzahl der Naturkatastrophen von 4.212 auf 7.348 vom ersten bis zum zweiten Beobachtungszeitraum gestiegen. Betrachtet man nur die klimabedingten Naturkatastrophen, stiegen diese von 3.600 auf 6.600. Zu den klimabedingten Naturkatastrophen gehören etwa Überschwemmungen, Stürme, Dürren, Waldbrände und vor allem Hitzewellen, die 91 Prozent der Todesopfer ausmachen würden.

Am stärksten betroffen war mit 3.000 Katastrophen der asiatische Kontinent. 1.800 Mal traf es den amerikanischen und rund 1.000 Mal den afrikanische Kontinent. In der Liste tauchen alle Naturkatastrophen auf, bei denen mindestens 10 Tote oder mehr als 100 Betroffene gezählt wurden.

Auch die Anzahl der Geschädigten stieg in den vergangenen 20 Jahren von 3,2 auf 4,2 Milliarden Menschen stark an. Viele der betroffenen Menschen seien laut dem Bericht mehrfach Opfer solcher Naturkatastrophen geworden. Die Zahl der Todesopfer blieb mit rund 1,2 Millionen etwa konstant. Der gemeldete wirtschaftliche Schaden soll von rund 1,63 Billionen auf mehr als 3 Billionen US-Dollar gestiegen sein. Dabei gehen die Expert:innen zudem davon aus, das der reale Schaden nochmals deutlich höher sein dürfte, da viele Länder in Asien und Afrika hierzu keine Angaben gemacht hätten.

„Wir zerstören mit vollem Wissen. Das ist die einzige mögliche Schlussfolgerung, wenn man die Katastrophen der letzten 20 Jahre Revue passieren lässt.“, so Mami Mizutori, die Leiterin des UNDRR. Sie schlussfolgert aus dem Bericht, dass die Regierungen einfach nicht genug tun, um Klimarisiken zu verhindern.


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