Am Montag veröffentlichte der Bundesvorstand der IG Metall die Forderungen der Gewerkschaft für die kommende Verhandlungsrunde über neue Tarifverträge in der Metall- und Elektroindustrie. Im Fokus steht dabei die Beschäftigungssicherung an vielen Standorten. Lohnerhöhungen soll es, wenn überhaup, nur knapp über dem Inflationsniveau geben.

Nachdem die Industriegewerkschaft IG Metall bereits Anfang des Jahres ohne Neuverhandlungen oder Arbeitskampfmaßnahmen die auslaufenden Tarifverträge um ein Jahr verlängert hatte und damit den fast vier Millionen Arbeiter:innen in der Metall- und Elektroindustrie eine doppelte Nullrunde und damit faktisch Lohnsenkungen verordnet hatte, deuten die jetzigen Forderungen eine Wiederholung dessen an.

Im Mittelpunkt der gewerkschaftlichen Forderungen steht die – je nach Betrieb individuell einführbare – Vier-Tage-Woche, um weitere Massenentlassungen zu verhindern. Das geforderte Volumen von „bis zu 4 Prozent“ Lohnerhöhung könne dann laut Gewerkschaft statt für eine Lohnerhöhung für einen minimalen Lohnausgleich genutzt werden.

Die regionalen Tarifkommissionen beraten und beschließen am 17. November über ihre Forderungen des Bundesvorstands. Am 26. November wird sich der Vorstand der IG Metall dann mit den Beschlüssen der Tarifkommissionen befassen und die Forderung abschließend festlegen.

Die IG Metall demonstriert ihren Wunsch nach einem schnellen Kompromiss unterdessen, indem sie zunächst auf Streiks verzichtet. Die Gewerkschaft will Arbeitskämpfe möglichst komplett verhindern und in den Verhandlungsrunden vor dem Ende der Friedenspflicht bereits zu einem Tarifabschluss kommen. Sie hat die Tarifverträge so gekündigt, dass die Friedenspflicht erst am 1. März endet. Vor diesem Zeitpunkt sind auch keine Warnstreiks möglich.

„Wir würden jede Art von Streik in der derzeitigen Situation als falsch betrachten“, so Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der bayerischen Metall- und Elektro-Arbeitgeber. Kompromissbereit zeigt sich Brossardt hingegen nicht: „Deshalb ist ein Forderungsvolumen von bis zu vier Prozent aus der Zeit gefallen. Für 2021 gibt es nichts zu verteilen.“

 


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