Die 1919 gegründete Nichtregierungsorganisation (NGO) „Save the Children“ hat in ihrem neuen Bericht „Stop the war on children – Krieg gegen Kinder – getötet, verstümmelt, verletzt – eine aktuelle Bestandsaufnahme“ Daten von und mit mehreren Institutionen abgeglichen. Die Ergebnisse sind erschreckend und spiegeln „nur“ die aktuelle Lage wieder. – Eine Zusammenfassung von Stefan Pausitz

Vereinzelt werden Fortschritte beobachtet, aber die Lage sei grundsätzlich weiter dramatisch. Vor allem die Langzeitfolgen für die betroffenen Kinder ist unerträglich.

  • Der Bericht legt mit den Zahlen der Vereinten Nationen nahe, dass seit 2005 mehr als eine Viertelmillion Kinder unter schweren Verbrechen leiden. Knapp die Hälfte von ihnen wurde dabei getötet oder verstümmelt.
  • Aktuell wurden seit 2010 jeden Tag 25 Kinder getötet. Das sind laut UN-Bericht 93.000 Kinder.
  • Im Jahr 2019 lebten insgesamt 423 Millionen Kinder in Konfliktregionen. Das ist jedes fünfte Kind. Als Konfliktregion wird hierbei eine Region gezählt, in der mehr als 1.000 Menschen im Jahr durch Kampfhandlungen sterben.
  • Im vergangenen Jahren sorgten Explosivwaffen (Landminen, Raketen, Mörser, Streubomben, etc.) für insgesamt 3.800 Tötungen von Kindern.

Ungeahnte Auswirkungen von Wirtschaftskrise und Pandemie

Die NGO fordert in ihrem Bericht trotz der weltweiten Corona-Pandemie den Blick auf Kinder in Krisenregionen nicht zu verlieren. Auch wenn die Daten 2019 erhoben wurden, sei es wichtig, bei den Folgen der Pandemie auch an Kinder zu denken. der Verlust von Familienmitgliedern, finanzielle Schwierigkeiten, häusliche Gewalt und der fehlende Zugang zu Bildungseinrichtungen sind hier nur ein paar Beispiele.

Auch die derzeitige Wirtschaftskrise wird sich durch seine politischen und finanziellen Folgen auf die Kinder auswirken: „Während auf der einen Seite die Risiken für Kinder überall – nicht nur in Konfliktgebieten – steigen, schränkt die Pandemie auf der anderen Seite die Systeme ein, die sie schützen und unterstützen sollen“, warnte der UN-Sekretär, Antonio Guterres, im Juli 2020.

… kein Ende in Sicht

Doch nicht nur mittelschwere Probleme werden Kinder weltweit durch die Pandemie treffen. Auch die Lebensmittelunsicherheit in bewaffneten Konfliktländern, wie in der Demokratischen Republik Kongo, im Jemen, in Nigeria und dem Südsudan hinterlässt über 6,7 Millionen Kinder mit schwerer Mangelernährung.

Ebenfalls wirkt sich die politische Instabilität auf Seiten von staatlichen und nichtstaatlichen Truppen immens auf die Zivilbevölkerung aus. Außerdem steigt die Banden- und Straßengewalt, wie 21 der 26 UN-Clustergruppen (bestehend aus NGOs, Menschenrechtsorganisationen, Friedensmissionen, UN-Ämtern, etc.) berichten. 17 der UN-Clustergruppen stelen zudem einen Anstieg von Zwangsarbeit und Rekrutierung für die bewaffneten Gruppen fest, zuvorderst in Mali, Afghanistan und Kolumbien. All diese Fakten betreffen auch Kinder.

All das diese grauenvollen Nebeneffekte der Pandemie werden über 423 Millionen Kinder weltweit zusätzlich bevorstehen. Schon heute müssen die Kinder mit tagtäglichen Konflikten wie Tötung, Verstümmelung, Rekrutierung für Streitkräfte und bewaffnete Gruppen, Vergewaltigung, Angriff auf Bildungs- und humanitäre Einrichtungen, Entführungen und die Verweigerung von humanitären Hilfen zurecht kommen. Schon viel zu lange wird das Leiden der Kinder ignoriert, obwohl darauf hingewiesen wird! Auch der jährliche Spendenmarathon zur Weihnachtszeit wird das Leiden der Kinder nicht ändern! Es gilt, die zugrunde liegenden Konflikte dieser Welt zu beenden!


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.