Die Deutsche Krankenhausgesellschaft stellt in Aussicht, dass schon im ersten Quartal 2021 die Gehälter von Klinikbeschäftigten in Gefahr sein könnten. Obwohl viele Pflegekräfte aus- und überlastet seien, fehlten den Kliniken Einnahmen aus dem Regelbetrieb.

Schon im Dezember hatte die Bundesregierung einen Rettungsschirm für Krankenhäuser eingerichtet. Auf diesen können solche Einrichtungen zugreifen, die in Risikogebieten zu Lasten des Regelbetriebs Betten für Covid-19-Patient:innen freihalten. Der Präsident der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, erklärte, dass nur 25 % der Einrichtungen Zugang zum diesem Rettungsschirm hatten.

Aus diesem Grund fordert der Verbandspräsident eine deutliche Erhöhung der staatlichen Hilfen. Diese sollten die Zahlen der Kliniken aus dem Jahr 2019 zunächst zur Grundlage nehmen. Andernfalls drohten in vielen Kliniken Schwierigkeiten, die Gehälter des Personals zu zahlen.

Aus dem Krankenhaus-Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts geht hervor, dass zwei Drittel aller Klinikbetreiber:innen 2020 mit Verlusten rechnen. In Deutschland sind rund 36 Prozent aller Krankenhäuser in privater Trägerschaft, 35 Prozent sind sogenannte „freigemeinnützige“ Krankenhäuser – etwa von Kirchen getragen. Die übrigen 29 Prozent sind in staatlichem Besitz.

Die meisten Betten jedoch gibt es weiterhin noch in staatlichen Kliniken, da diese meist besonders groß sind. Vor allem im letzten Jahrzehnt gab es einen Privatisierungstrend in deutschen Krankenhäusern.


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