In den vergangenen Tagen erhielten zahlreiche türkische, aramäische und kurdische Aktivist:innen gezielte Morddrohungen durch türkische Faschist:innen. Die Nachricht war jeweils gleichlautend: „Gute Nacht, der Tod wird dich finden.“

Bisher veröffentlichten zunächst namentlich die Aktivist:innen Kerem Schamberger, Sami Grigo Baydar, Bilal Güldem, Nuri Akman, Pinar Aydinlar, Ferhat Tunc, Cansu Özdemir und Pervin Yerlikaya, dass sie die selbe Morddrohung erhalten haben. Die Zahl der betroffenen türkischen, aramäischen und kurdischen Aktivist:innen dürfte vermutlich jedoch deutlich höher sein.

Alle Drohungen wurden von dem selben Instagram-Account mit dem Profil-Namen „Jitemci.turkeyy“ abgeschickt. Der Account ist mittlerweile nicht mehr auf dem Sozialen Netzwerk zu finden. „Jitem“ war der Name des verdeckten Geheimdienstes der türkischen Militär-Gendarmerie, der in den 90er Jahren tausende Menschen entführte, folterte und ermordete. Besonders betroffen von diesen Massakern waren Revolutionär:innen und Kurd:innen.

Einer der Betroffenen, Sami Grigo Baydar, schreibt in einer Pressemitteilung über die Drohung:

„Mir wurde eine Morddrohung in meinem Instagram-Account geschickt. Ein Account mit dem Namen „Jitemci.turkeyy“ schreibt mir auf türkisch: „Gute Nacht, der Tod wird dich finden – Jitem“. Dazu postet er ein Bild, auf dem ein Mann ein Sturmgewehr willkürlich in die Kamera hält. Zusätzlich schickt der Account ein Video, auf dem ein Leichnam an ein Auto gebunden ist und über den Asphalt geschleift wird. Währenddessen ruft eine Stimme im Hintergrund „Ich ficke deine Mutter, du Sohn einer Hure.“

In den vergangenen Monaten kam es immer wieder zu gezielten Morddrohungen und Anschlägen durch türkische Faschist:innen auf politische Aktivist:innen aus der Türkei, Kurdistan und Armenien in Deutschland und Europa. Eine Diskussion über ein Verbot der faschistischen „Grauen Wölfe“ hat in Deutschland bisher zu keinem Ergebnis geführt.


Wir schreiben für Perspektive – ehrenamtlich und aus Überzeugung. Wir schalten keine Werbung und nehmen kein Geld von Staat oder Konzernen an. Hilf' uns dabei, unseren unabhängigen Journalismus zu erweitern: mit einer einmaligen Spende, einem regelmäßigen Beitrag bei Paypal, Steady oder am besten als Mitglied in unserem Förderverein.