In den Abendstunden des 9. März kam es zu einem Brandanschlag auf die Räume des „Antifaschistischen Cafés“ in Braunschweig. Antifaschist:innen vermuten stadtbekannte Nazis als Täter.

Kurz vor 19 Uhr legten gestern unbekannte Täter:innen Feuer im Innenhof des Mietshauses in der Eichtalstraße 8 in Braunschweig. In Brand gesteckt wurde ein Kinderanhänger, der sich im Innenhof befand und damit in unmittelbarer Nähe vom dort befindlichen „Antifaschistischen Café“ Braunschweig.

Das schnelle Eintreffen mehrerer Feuerwehrwagen und die Löscharbeiten konnten das Übergreifen des Feuers auf die Räumlichkeiten des Cafés und die umliegenden Wohnhäuser verhindern. Die mutmaßlichen Täter:innen aus dem rechten Lager haben mit dem Brandanschlag also nicht nur die Vernichtung linker Infrastruktur zum Ziel gehabt, sondern auch die Gefährdung zahlreicher Menschenleben billigend in Kauf genommen.

Laut einem Bericht auf der Homepage des Antifaschistischen Cafés wurden unmittelbar vor und nach dem Tatzeitpunkt mehrere stadtbekannte Faschist:innen im direkten Umfeld des Tatorts gesichtet. Die Polizei scheint dies aber bisher nicht zu interessieren: Dem Bericht nach sei die Polizei mehrfach an den als rechts bekannten Personen vorbei gefahren, ohne sie erkennbar in Augenschein zu nehmen oder zu kontrollieren.

Die Antifaschist:innen machen in ihrer öffentlichen Mitteilung darauf aufmerksam, dass es in den vergangenen Monaten immer wieder zu verbalen und sogar körperlichen Übergriffen von Faschist:innen, unter anderem aus dem Umfeld der faschistischen Partei „Die Rechte“, auf Linke und Antifaschist:innen gekommen sei.

So war z.B. der Braunschweiger Kreisverband der „Sozialistischen Jugend – Die Falken“ in den vergangenen Monaten mehrfach durch Nazi-Angriffe auf seinen VW-Bus betroffen. Auch das Antifaschistische Café war in den vergangenen Jahren immer wieder direkten Angriffen von Faschist:innen ausgesetzt. Der jetzige Brandanschlag wäre damit ein weiterer Höhepunkt rechter Gewalt in Braunschweig.


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