Die Spannungen im Ukraine-Krieg nehmen erneut zu. Russland hat seine Militärpräsenz an der Grenze zur Ukraine verstärkt. Gleichzeitig warnt das Land die NATO vor der Entsendung von Bodentruppen.

Russland hat die NATO davor gewarnt, Truppen in die Ukraine zu entsenden. Ein solcher Schritt würde die Spannungen in der Nähe seiner Grenzen zum Eskalieren bringen. Moskau reagierte damit auf Aussagen der NATO, die am Donnerstag Besorgnis über einen großen russischen Militäraufbau in der Nähe der Ostukraine geäußert hatte. Zudem hatten die USA geäußert, der Ukraine im Falle einer russischen „Aggression“ zur Seite zu stehen.

„Es besteht kein Zweifel, dass ein solches Szenario zu einem weiteren Anstieg der Spannungen in der Nähe der russischen Grenzen führen würde. Dies würde natürlich zusätzliche Maßnahmen von russischer Seite erfordern, um seine Sicherheit zu gewährleisten “, sagte er, ohne anzugeben, welche Maßnahmen ergriffen werden würden.

Zuvor war es erneut zu Zusammenstößen an der Front in den letzten Wochen gekommen. Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am Freitag gegenüber Reporter:innen, dass die Situation an der Frontlinie in der Ostukraine zwischen ukrainischen Regierungstruppen und von Russland unterstützten Kräften besorgniserregend sei und dass dort mehrere „Provokationen“ stattfinden würden.

Peskov sagte auch, Russland sei gezwungen zu reagieren, wenn NATO-Truppen in die Ukraine entsandt würden. Er erklärte, dass Russland die Ukraine nicht bedrohe.

Säbelrasseln von den USA

Peskovs Kommentare kamen, nachdem die USA Russland davor gewarnt hatten, die Ukraine einzuschüchtern. Das Pentagon hatte Anfang dieser Woche erklärt, dass die US-Streitkräfte in Europa ihren Alarmstatus nach den „jüngsten Eskalationen der russischen Aggression in der Ostukraine“ erhöht hätten.

Der militärische Geheimdienst der Ukraine beschuldigte Russland gleichzeitig, sich darauf vorzubereiten, seine militärische Präsenz in den von pro-russischen Kämpfer:innen kontrollierten Regionen auszubauen. Ein hochrangiger russischer Beamter wies Berichte über einen Plan, die Ukraine anzugreifen, hingegen als „Fälschung“ ab.

„Russland ist an keinem Konflikt mit der Ukraine interessiert, insbesondere nicht an einem militärischen“, sagte der stellvertretende Außenminister Andrei Rudenko gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur RIA Novosti.

Die Ukraine kämpft seit 2014 gegen pro-russische Kämpfer in den Regionen Ost-Donezk und Lugans. Zuvor hatte Moskau die Krim-Halbinsel nach einem Aufstand annektiert, woraufhin der kremlfreundliche Präsident der Ukraine, Viktor Janukowitsch, gestürzt worden war.

Schlussendlich haben sich Moskau und Kiew diese Woche gegenseitig für einen Anstieg der Gewalt verantwortlich gemacht, der einen im letzten Jahr vermittelten Waffenstillstand untergraben hat.


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