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Dienstag, April 23, 2024
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    50 Ausgaben Perspektive – Vier Jahre unabhängiger Journalismus

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    „Diese Zeitung ist ein Versuch der profitorientierten Presse etwas eigenes entgegen zu setzen. Im Internet und in einer monatlich gedruckten Ausgabe soll objektiv über die Ereignisse in Deutschland und der Welt berichtet werden. Die Themen und Probleme der Arbeiter:innen und Ausgebeuteten sollen hier ihren Platz finden. Gleichzeitig sollen die Ereignisse in einen größeren Zusammenhang gestellt und von einem sozialistischen Standpunkt aus kritisiert und bewertet werden. Dieses Projekt soll von der Mitarbeit der LeserInnen leben und mit ihrer Hilfe wachsen.“

    Mit diesen Worten leitete die Perspektive-Redaktion die Arbeit an dieser Zeitung vor gut vier Jahren ein. Nach 50 gedruckten Ausgaben, mit insgesamt 250.000 Exemplaren, die in einem Dutzend Städten Deutschlands verteilt wurden, ist es Zeit für einen Rückblick.

    Erfolge

    Vier Jahre hat das Perspektive Online-Projekt nun bereits Bestand. Die Leser:innenschaft konnte dabei kontinuierlich ausgebaut werden. Die messbare Haupt-Leseanteil entfällt dabei nach wie vor auf den Online-Teil mit seinen Berichten, Kommentaren, Interviews oder Videobeiträgen. Dies ist für ein Projekt, das sich auf die Fahnen geschrieben hat, unabhängig von großen Medienmonopolen zu agieren, naturgemäß leichter zu stemmen.

    Die Zahl der Zugriffe auf die Seite www.perspektive-online.net hat sich dabei von 203.000 (2018) über 407.000 (2019) auf 1,15 Millionen im Jahr 2020 erhöht. Die monatlich erscheinende Druckausgabe mit jeweils einer Auflage von 5.000 wurde in diesem Zeitraum von Aktivist:innen und Unterstützer:innen des Projekts in einem Dutzend Städten verteilt. Sie dient vor allem dazu, neue Leser:innen auf die Arbeit von Perspektive aufmerksam zu machen.

    Eine Lücke in der Medienlandschaft: Kritik von einem Klassenstandpunkt

    Gerade das letzte Jahr seit Ausbruch der Corona-Pandemie hat deutlich gemacht, wie notwendig unabhängige Medien sind, die nicht von den großen Konzernen abhängig sind. Während viele Formen des Zusammenlebens gestört oder stark eingeschränkt waren, konnte Perspektive weiter das politische Geschehen in Deutschland zusammenfassen und bewerten.

    Dabei füllte Perspektive gemeinsam mit den Kolleg:innen in einigen wenigen anderen kleinen News-Portalen und Online-Zeitungen eine wichtige Lücke in der Medienlandschaft. Während sich die meisten der „großen“ Medien darauf verlegten, Meldungen zu Corona-Verlauf und -Toten täglich aufzubereiten, jedoch überaus selten offen Kritik an der sozial ungerechten und arbeiter:innenfeindlichen Pandemiepolitik übten, war Kritik viel zu oft leider nur aus einer wissenschaftsfeindlichen oder gar offen faschistischen Perspektive zu hören.

    Perspektiven für Perspektive

    Für die kommenden Jahre nehmen wir uns als Perspektive-Team vor allem vor, das Potential dieser Online-Zeitung weiter auszuschöpfen. Perspektive ist und bleibt eine Zeitung von der Arbeiter:innenklasse für die Arbeiter:innenklasse. Ihre Existenz ist nur möglich, weil es etwa 30 Vereinsmitglieder mit ihren monatlichen Beiträgen und einige andere Unterstützer:innen mit regelmäßigen oder einmaligen Spenden gibt.

    Aber Perspektive lebt noch mehr von der Mitwirkung seiner Unterstützer:innen und Leser:innen. Ob ihr Perspektive in eurer Umgebung selbst verteilen wollt und so weitere Leser:innen für unser Projekt gewinnen wollt, oder ob ihr selbst als Autor:innen Teil der Arbeit unseres kleinen ehrenamtlichen Teams werden wollt – jede Mitarbeit ist willkommen und notwendig!

    Oft ist uns in den letzten Jahren bewusst geworden, dass es viele kleine und größere Skandale in dieser Gesellschaft gibt, über die es zu berichten gilt, die aber von den kommerziellen Medien als „normal“ und nicht erwähnenswert betrachtet werden: Seien es Entlassungen von Arbeiter:innen in der Krise, die alltägliche Schikane im Jobcenter, die um sich greifende Wohnungsnot oder patriarchale Gewalt überall in der Gesellschaft.

    Wir möchten diese Zeilen nutzen, um alle Leser:innen herzlich einzuladen, mit Themenvorschlägen an uns heranzutreten. Auch wenn ihr selbst aus eurem Leben, aus euren täglichen Kämpfen und Problemen im Kapitalismus berichten wollt, steht euch Perspektive offen. Nur so können wir gemeinsam weitere erfolgreiche Jahre auf die ersten vier folgen lassen.

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