Am Freitag hat die Polizei in Magdeburg die türkische Band „GrupYorum“ angegriffen und dabei Instrumente beschlagnahmt. Das Konzert ging trotz der Schikane weiter.

Am Freitagnachmittag fand in Magdeburg eine Kundgebung in Solidarität mit politischen Gefangenen in der Türkei statt, zu der die „Revolutionäre Jugend Europa“ („Avrupa Dev-Genç“) und das „Netzwerk Freiheit für alle politischen Gefangenen“ aufgerufen hatten.

Auf der Kundgebung sollten auch Musiker:innen der revolutionären Band „GrupYorum“ aus der Türkei auftreten. Schon zu Beginn der Kundgebung wurden die Musiker:innen von einem Großaufgebot der Polizei umzingelt. Diese kündigte an, das Konzert der Band ohne gerichtlichen Beschluss oder ein sonstiges Dokument anzugreifen, sollte diese beginnen, ihre Musik zu spielen.

Die Band kündigte an, diese willkürliche Maßnahme nicht anzuerkennen und das Konzert trotzdem zu spielen. Darauf folgte ein brutaler Einsatz der Polizei.

Die Teilnehmer:innen der Kundgebung leisteten jedoch Widerstand gegen den willkürlichen Angriff. So konnte die Polizei zwar Trommeln beschlagnahmen und den Strom abschalten, musste sich jedoch zurückziehen. Das Konzert wurde fortgesetzt, während die Polizei noch bis 21 Uhr das Magdeburger Viertel Stadtfeld Ost belagerte.

In einem Statement der Band werden die Ereignisse folgendermaßen bewertet: „Wir haben mit unserem Widerstand alle willkürlichen Angriffe auf uns abgewehrt, und gemeinsam mit unseren Zuhörern und Genossen haben wir gezeigt, dass sie uns nicht mundtot machen können, wo immer wir sind, dass wir das niemals zulassen werden, dass wir auf ihre Angriffe nur mit Widerstand antworten. Der deutsche Imperialismus kann unsere Kunst nicht verhindern! Die Repression wird uns nicht einschüchtern.“

Viele Revolutionär:innen sehen in dem Angriff auf das Konzert einen Handlangerdienst für das faschistische Regime in der Türkei. Dort ist die Band sehr beliebt und gleichzeitig massiver Verfolgung ausgesetzt. So ist GrupYorum auch dort mit einem Auftrittsverbot belegt. Erst im vergangenen Jahr waren mit Helin Bölek und Ibrahim Gökcek zwei ihrer Mitglieder im und nach dem Hungerstreik in Solidarität mit den politisch Gefangenen in der Türkei gestorben.


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