Rund 2000 Personen sind dem Aufruf mehrerer Umwelt- und Klimaschutz-Initiativen nach Brunsbüttel gefolgt. Dort soll ein sogenanntes „LNG-Terminal“ entstehen, also eine Station für flüssiges Erdgas. „Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge!“ erklärt dazu Ende Gelände. Parallel fand die Antikoloniale Attacke gegen Fracking in Hamburg statt.

In Brunsbüttel ist ein LNG-Terminal geplant. Ein Schiffsanleger mit zwei Plätzen und zwei Gastanks soll entstehen. Bis zu acht Milliarden Normkubikmeter Erdgas sollen so verarbeitet werden können, so das Unternehmen German LNG Terminal.

Ende Gelände kritisiert das Projekt: „Wir befinden uns mitten in der Klimakrise – und was machen Politik und Wirtschaft? Sie bauen weiter stur auf Fossile, dieses Mal in Brunsbüttel mit einem neuen, mit Millionen Euro geförderten Importterminal für Fracking-Gas. Es reicht uns mit dieser lebensbedrohlichen Ignoranz, wir sagen Ende Gelände!“

Denn Gas sei alles andere als eine umwelt- und menschenfreundliche Alternative. “ Genau wie Kohle ist Gas ein Brandbeschleuniger der Klimakrise, denn zusätzlich zum CO2 wird bei Abbau und Transport auch das noch schädlichere Methan freigesetzt. Zusätzlich vergiftet Fracking Böden und Trinkwasser. Und wieder einmal trifft beides besonders Menschen im globalen Süden und indigene Gemeinschaften.“

Die Aktion in Brunsbüttel war eine von vielen an diesem globalen Aktionstag gegen Erdgas und Fracking. Aktionen und Proteste haben unter anderem auch in Argentinien, USA; Spanien, Namibia und Irland stattgefunden.

Internationale Solidarität

Fracking ist weltweit ein Problem, dass globale Ungleichheiten verschärfe. Deswegen fand zeitgleich die Anti-koloniale Attacke statt.

Auch in Texas fand eine gemeinsame Pressekonferenz von Ende Gelände und der Antikolonialen Aktion statt. „Es bricht mein Herz, dass ich nach Europa reisen muss, um Gehör zu finden. Aber die Konzerne, die unsere Nachbarschaft fracken, sind europäisch.“, erklärt Elida Castillo aus Texas.

In Texas hat das Thema noch aus einem weiteren Grund Brisanz: Dort sind Fracking-Anagen unter anderem auf den Gebieten der Esto’k Gna, einer indigenen Gesellschaft, errichtet worden. Dr. Christopher Basaldú, ein Angehöriger der Esto’k Gna, beschreibt: „Kein Konzern hat jemals mit unserer Gesellschaft über das LNG-Terminal gesprochen, dass sie auf unserem Territorium bauen. Die Pipelines, die Fracking-Anlagen, die Exportterminals, sie zerstören das Wasser und die Natur: alles für den europäischen Konsum.“


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