Seit mehr als 25 Jahren gab es keinen Ebola-Ausbruch mehr in der westafrikanischen Elfenbeinküste. Nach dem nun festgestellten Ausbruch zeigt sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) besorgt und erwartet schnelles Handeln. Das Ebola-Virus ist besonders tödlich, jedoch ist eine Verbreitung wie beim Corona-Virus nicht zu erwarten. Trotzdem wurden Maßnahmen zur Eindämmung eingeleitet und Impfstoffe organisiert.

In der Elfenbeinküste ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums der erste Fall des Ebola-Virus seit 25 Jahren aufgetreten. Am Samstag sagte Pierre N’Gou Demba im staatlichen Fernsehsender, dass die Behörden den Fall bestätigt hätten, nachdem sie Proben einer 18-jährigen Frau untersucht hatten, die aus dem benachbarten Guinea eingereist war.

„Es handelt sich um einen isolierten und eingeschleppten Fall“, sagte er und fügte hinzu, dass die Patientin derzeit auf der Intensivstation in der Metropole Abidjan behandelt werde. In einer weiteren Erklärung verkündete die Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Fall sei die erste Ebola-Infektion in der Elfenbeinküste seit 1994.

Die WHO erklärte, erste Untersuchungen hätten ergeben, dass die Patientin auf dem Landweg in die Elfenbeinküste gereist und am 12. August in Abidjan angekommen sei. „Die Patientin wurde mit Fieber in ein Krankenhaus eingeliefert und befindet sich derzeit in Behandlung“, hieß es.

In Guinea, wo zwischen 2014 und 2016 die bisher tödlichste Ebola-Epidemie ausgebrochen war, wurde ein neuerlicher viermonatiger Ebola-Ausbruch am 19. Juni für beendet erklärt. Anfang dieser Woche bestätigte Guinea auch einen ersten Fall des Marburg-Virus in Westafrika. Das Marburg-Virus ist ein mitunter sehr tödliches Virus, das dem Ebola-Virus stark ähnelt. Laut WHO sterben 24 bis 90 Prozent der Infizierten an der Erkrankung, doch eine weltweite Verbreitung sei unwahrscheinlich.

Die Übertragung beider Krankheiten erfolgt durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten von infizierten Personen. Zu den Symptomen gehören Kopfschmerzen, Erbrechen von Blut, Muskelschmerzen und innere Blutungen, die auch zum Organversagen und damit zum Tod führen können.

Nach Angaben der WHO gibt es keine Hinweise darauf, dass der aktuelle Fall in der Elfenbeinküste mit dem Ausbruch in Guinea Anfang des Jahres zusammenhängt. Weitere Untersuchungen und Genom-Sequenzierungen sollen den Stamm identifizieren und feststellen, ob ein Zusammenhang besteht. „Es ist äußerst besorgniserregend, dass dieser Ausbruch in Abidjan, einer Metropole mit mehr als vier Millionen Einwohnern, gemeldet wurde“, sagte Matshidiso Moeti, WHO-Regionaldirektorin für Afrika, in der Erklärung.

„Ein Großteil des weltweiten Knowhows im Umgang mit Ebola befindet sich jedoch hier auf dem Kontinent, und die Elfenbeinküste kann auf diese Erfahrung zurückgreifen und die Maßnahmen auf Hochtouren bringen“, sagte sie.

Die WHO erklärte, sie helfe bei der Koordinierung zur Eindämmung des Virus. Dabei soll auch über Grenzen hinweg zusammengearbeitet werden. Unter anderem wurden 5.000 Dosen des Ebola-Impfstoffs von Guinea in die Elfenbeinküste transportiert.


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