Während der Pandemie waren weltweit Milliarden Schüler:innen von Schulschließungen betroffen. Gerade in besonders ausgebeuteten Ländern kehren viele nicht mehr in die Schule zurück. UNICEF empfiehlt das Impfen dagegen – doch wird das ausreichen? – Ein Kommentar von Michelle Mirabal

In vielen Länder der Welt waren während der Pandemie immer mal wieder die Schulen geschlossen. Von den Schulschließungen waren insgesamt 1,5 Milliarden Schüler:innen betroffen.

Doch hier gibt es große Unterschiede zwischen Arm und Reich. So waren in reichen Ländern die Schulen nur insgesamt 50 Tage im Jahr geschlossen, bei ärmeren Ländern war es doppelt so lang.

Überall wurden die Menschen durch die Corona- und Wirtschaftskrise in Armut und Not gedrängt, besonders in schon massiv ausgebeuteten Nationen. Dort ist die Zahl der Kinder, die nach landesweiten Schulschließungen nicht mehr zurück in die Schule gekommen sind, extrem hoch. Aktuell rechnet man damit, dass die Zahl auf 24 Millionen Schüler:innen steigt.

Der Grund dafür ist nun mal die verstärkte Armut und Not der Menschen. Durch die Krise haben viele Eltern ihren Job verloren und oft keine andere Wahl, als die Kinder früh zur Arbeit zu schicken oder früh zu verheiraten.

In einem Interview erklärt Christine Kahmann von Organisation UNICEF ihren Ansatz dagegen: Man müsse besonders in diesen Ländern Schulschließungen um jeden Preis verhindern und Impfdosen zur Verfügung stellen, damit die Zahl nicht noch höher wird.

Dass Menschen geimpft werden müssen,, um die Pandemie zu überwinden, ist klar, das Problem wird dadurch dennoch nicht gelöst – selbst wenn schneller Impfstoffe zur Verfügung stünden. Denn von Frau Kahmann werden die Armut und Not der ausgebeuteten Länder gar nicht erwähnt, geschweige denn deren Ursachen und so das Problem der Armut auch nicht bekämpft. Inwiefern Impfen das Problem der Armut, Kinderarbeit und schlechten Bildung lösen soll, bleibt also fraglich.

Versprochene Impfdosen werden die ärmeren Länder erst 2023 erreichen


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