Rund 5.000 Menschen haben sich gestern in Berlin einer Demonstration der „Berliner Krankenhausbewegung“ angeschlossen. Die Bewegung hat schon einige Erfolge erzielt, sowohl „Vivantes als auch die „Charité“ sind in Gesprächen für neue Tarifverträge. Der Kampf geht dennoch weiter, denn die Bewegung fordert: „TVÖD für alle an der Spree!“.

Die rund 5.000 Menschen gestern in Berlin richteten ihre Forderungen an die Charité, die Vivantes-Klinik und insbesondere an deren Tochterunternehmen. Arbeitsbereiche wie Reinigung, Labor, Speiseversorgung und Patient:innentransport hat Vivantes in Tochterunternehmen ausgegliedert. Einige Arbeiterinnen, die zum Reinigungspersonal gehören, berichten von Gehaltsunterschieden bis zu 900 Euro monatlich. Die Arbeiter:innen dort kritisieren, „Beschäftigte zweiter Klasse“ zu sein und fordern faire Bezahlung.

Auch das Willy-Brandt-Haus passierte der Demonstrationszug mit einer klaren Botschaft: Mehr Personal, faire Löhne und bedarfs- statt profitorientierte Finanzierung in allen Bereichen.

Neben vielen Redebeiträgen von Beschäftigten machte die Demonstration mit lauten Parolen wie „Kapitalismus raus aus der Klinik!“ und „TVÖD für alle an der Spree!“ auf sich aufmerksam.

Erster Erfolg an der Berliner Charité

Die Streitparteien der Charité und ver.di haben sich in der vergangenen Woche auf ein Eckpunktepapier geeinigt. Dieses Papier kann die Grundlage für den Tarifvertrag „Gesundheitsfachberufe Charité“ sein. Deswegen haben die Arbeiter:innen dort ihren Streik ausgesetzt – die Forderungen sind jedoch nicht erfüllt, bis der TVöD für alle Beschäftigten in Berlin gilt, explizit auch für die bei Vivantes und deren Töchtern.

Die Eckpunkte umfassen eine neue Mindestbesetzungsregelung für alle Bereiche, Regelungen für den Belastungsausgleich und die Neueinstellung von rund 700 Beschäftigten im Laufe der nächsten drei Jahre.

Bei Vivantes laufen ebenfalls Gespräche. Matthias Platzeck, ehemaliger brandenburgischer Ministerpräsident, fungiert als Mediator. Die Tarifverhandlungen werden am 14. Oktober fortgeführt. Im Gespräch haben die Streitparteien die Vereinbarung getroffen, dass am Verhandlungstag selbst der Streik unterbrochen wird.

Arbeiter:innensolidarität Gorillas

Auch die streikenden Gorillas-Fahrer:innen unterstützten die Gesundheits-abeiter:innen.

„Heute haben wir bei einer Demonstration, die von unterbezahlten und zu wenig wertgeschätzten Arbeiter:innen im Gesundheitsbereich organisiert wurde, unsere Unterstützung gezeigt. Sie haben die Liebe erwidert mit der Möglichkeit, auf ihrer Bühne zu sprechen und von unserer Last zu berichten!“


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