Der Anteil der Menschen, die trotz Impfung an Covid-19 erkrankt sind, steigt auf knapp über 10 Prozent. Grund dafür sei der wachsende Anteil der Geimpften an der Gesamtbevölkerung. Trotzdem müssen Ungeimpfte weiterhin rund 17 mal so häufig wegen Covid-19 auf der Intensivstation behandelt werden.

Laut Antwort des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion befinden sich immer mehr Geimpfte auch auf den Intensivstationen. So seien von Mitte August bis Anfang September 1.186 Menschen wegen Covid-19 intensivmedizinisch versorgt worden. Davon waren 119 bereits gegen das Virus geimpft. Somit lag die Quote der „Impfdurchbrüche“ auf den Intensivstationen, also der Erkrankungen trotz Impfung, bei knapp über 10 Prozent. Im Zeitraum vom Anfang Februar bis Anfang September lag der Anteil der geimpften Covid-Patienten auf deutschen Intensivstationen noch bei 1,84 Prozent (210 von 11.419 Fällen).

Das RKI erklärte dem Bericht zufolge: „Dass im Laufe der Zeit mehr Impfdurchbrüche verzeichnet werden, ist erwartbar, da generell immer mehr Menschen geimpft sind und sich Sars-CoV-2 derzeit wieder vermehrt ausbreitet. Dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit, als vollständig geimpfte Person mit dem Virus in Kontakt zu kommen.“ Damit handle es sich mit dem neueren Anstieg also um eine kalkulierbare Folge.

Ungeimpfte deutlich stärker in Gefahr

Bisher hat Deutschland eine Impfquote von mehr als 65 Prozent erreicht, doch schon seit längerem gerät das Impfprogramm ins Stocken und das, obwohl die Impfung den aktuell zuverlässigsten Schutz gegen das Virus und insbesondere gegen einen schweren Verlauf der Erkrankung bietet.

Dazu sagte der Präsident der „Vereinigung der Intensiv- und Notfallmediziner “ (Divi), Gernot Marx: „Die Patientinnen und Patienten mit schweren und tödlichen Coronaverläufen sind in fast allen Fällen ungeimpft. […] Leider sehen wir auch immer mehr Menschen unter 60 mit schweren oder tödlichen Verläufen, die nicht geimpft sind“.

Vergleicht man die Anzahl der Geimpften und der Ungeimpften mit ihrer Anzahl in den Intensivstationen, zeichnet sich weiter ein eindeutiges Verhältnis ab. So sind auf die Gesamtbevölkerung gesehen rund 65 Prozent geimpft und 35 Prozent ungeimpft. Auf den Intensivstationen sind hingegen 10 Prozent geimpft und 90 Prozent ungeimpft. Das heißt, dass Ungeimpfte 17 mal so häufig intensivmedizinisch behandel werden müssen wie Geimpfte.


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