Ermittler:innen deckten ein weiteres Waffenlager eines Bundeswehroffiziers auf. Der Soldat aus Nordrheinwestfalen ist inzwischen wegen Fluchtgefahr in Haft. Auch der Militärische Abschirmdienst (MAD) ermittelt.

Ein 32-jähriger Soldat war aufgefallen, weil er versuchte, ein Maschinengewehr aus dem zweiten Weltkrieg sowie einen Schalldämpfer per Post in die USA zu verschicken. Nach einer Zollkontrolle schalteten Beamt:innen die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main ein. Es bestand Verdacht auf Verstoß gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Auf dieser Grundlage erwirkte die Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbeschluss für die Privatwohnung des Soldaten im Kreis Düren.

Dort entdeckten sie die Waffenkammer, die der Soldat – vornehmlich aus Osteuropa importiert – angelegt hatte: Neben Kalaschnikow-Gewehren auch Panzer- und Flugabwehrwaffen. Unter der eingelagerten Munition befand sich auch 120-Millimeter-Munition, wie sie für den Leopard 2-Panzer eingesetzt wird. Zum großen Teil war der Sprengstoff von der Munition entfernt worden.

Geheime Dokumente und Propagandamaterial

Der Hauptmann war bislang im Bundeswehr-Zentrum »Counter-Improvised Explosive Devices« tätig. Dort war er Experte für die Abwehr von Sprengfallen.

Der SPIEGEL berichtet außerdem, dass bei den Ermittlungen sensibelste Akten des Nachrichtendienstes gefunden wurden: Eine „Verschlusssache geheim“ und eine „Verschlusssache vertraulich“.

In einer ersten Mitteilung nach der Razzia hatte der SPIEGEL noch davon gesprochen, dass die Ermittler:innen keinen Hinweis auf einen politischen Hintergrund erkennen konnten: „Einschlägiges Propagandamaterial oder Ähnliches sei bei der Durchsuchung nicht gefunden worden“, die Sichtung sei noch im Gange. Einen Tag später berichtet dieselbe Zeitschrift, dass „stapelweise kommunistische Literatur“ bei der Durchsuchung gefunden worden sei.


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