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Donnerstag, Februar 22, 2024
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    Immer mehr Frauen sind Hauptverdienerinnen in einer Partnerschaft – doch die Lebensbedingungen sind oft prekär

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    Die Zahl der Haushalte in Deutschland, in denen die Frauen das Haupteinkommen bestreiten, nimmt langsam zu. Mittlerweile verdienen in rund jedem zehnten Partner-Haushalt die Frauen mehr als die Männer.

    Die Quote der Frauen, die in einem Paarhaushalt Hauptverdienerinnen sind, stieg zwischen 2007 bis 2016 von 9,9 auf 11,9 Prozentpunkte an. In zwei Dritteln sind es weiterhin die Männer, die das meiste Geld verdienen, und bei einem Viertel der Haushalte ist der Verdienst gleich hoch.

    Das geht aus einer Studie des “Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts” (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Untersucht wurden heterosexuelle Haushalte mit oder ohne Kinder. Als Hauptverdiener oder Hauptverdienerin gilt diejenige Person, die über sechzig Prozent des Einkommens bestreitet.

    Krise als treibender Faktor

    Insbesondere die Wirtschaftskrise der letzten Jahre könnte eine treibende Kraft dabei gewesen sein, dass Frauen langsam mehr zu Hauptverdienerinnen werden. Kurzarbeit der Männer, der Verlust des Arbeitsplatzes oder geringfügige Beschäftigungsverhältnisse könnten Gründe für ein geringeres Einkommen darstellen – was Frauen dann auffangen. Ebenso lassen ein möglicher Migrationshintergrund oder geringere berufliche Qualifikation die Chance auf einen höher bezahlten Beruf bei Männern schwinden. Auch die vermehrte Nutzung der Elternzeit durch Väter begünstigt das Einkommen der Frauen.

    Sind Frauen allerdings die Hauptverdienerinnen einer Partnerschaft, so sind die Haushalte überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen. Etwa die Hälfte bekleiden ein prekäres Einkommensverhältnis und zwanzig Prozent sind arm.

    Frauen im Osten sind öfter Hauptverdienerinnen als im Westen

    Im Osten Deutschlands verdienen die Frauen immerhin in 16,2 Prozent der Haushalte mehr als ihre Männer; im Westen sind es nur 9,5 Prozent. Der Zusammenbruch der DDR beziehungsweise die Tradition einer höheren weiblichen Erwerbstätigkeit sollen dafür ausschlaggebend sein. Der akademische Grad einer Frau erhöhe ihre Chance als Hauptverdienerin nur im Westen, im Osten sei dies nicht zu erkennen.

    Prognostiziert wird von den Forschenden ein weiterer Anstieg der Frauen, die in Zukunft die Hauptverdienerinnen stellen werden.

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