Laut einer Umfrage des MDR gaben über 77 Prozent der Befragten an, dass die Preissteigerungen der vergangenen Wochen ihre Haushaltskassen stark beeinflussen. Über 29.000 Menschen aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen wurden dazu befragt.

Das Anheben der Preise für Lebensmittel und Energie hat für die Menschen bereits jetzt ganz reale Auswirkungen: Laut der Umfrage des MDR schränken sich die Teilnehmenden in ihrem Alltagsverhalten spürbar ein.

Sie greifen im Supermarkt gezielt zu günstigeren Produkten, unternehmen weniger in ihrer Freizeit oder fahren weniger Auto. Sie schränken sich beim Heizen ein oder verringern ihren Stromverbrauch. Alles dafür, um ihr Portemonnaie zu entlasten.

Bereits das Freizeitverhalten hat sich dahingehend verändert, dass Urlaube und größere Reisen ausbleiben. Knapp 40 Prozent der Befragten gaben an, ihre Urlaubspläne verändert zu haben, um dem Preisdruck zu entgehen.

Über 80 Prozent der Befragten sind nicht davon überzeigt, dass die geplanten staatlichen Hilfen oder Sonderzahlungen den Menschen ausreichend helfen würden. Bereits das 9-Euro-Ticket würde nicht die gewünschten Ziele erfüllen, die Menschen langfristig an den öffentlichen Personennahverkehr zu binden.

Laut den Befragten ist die Mehrheit davon überzeugt, dass von dem Ticket nur Städte profitieren und das Geld in der langfristigen Verbesserung des ÖPNV besser investiert wäre. Allein der Umstand, dass der Nahverkehr im ländlichen Raum mitunter unzureichend ausgebaut ist, lässt die Menschen an der Effektivität des Tickets zweifeln. Über die Hälfte der Befragten wird es laut Eigenaussage nicht kaufen. Die, die es erwerben wollen, wollen ihre ÖPNV-Nutzung aber gezielt verstärken.


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