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Dienstag, März 5, 2024
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    Bauarbeiter in Düsseldorf drohen mit Hungerstreik

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    Die Bauarbeiter aus Rumänien sollen in Düsseldorf ein Gebäude entkernen, damit dort Luxuswohnungen entstehen können. In den letzten drei Monaten haben sie jedoch keinen Lohn erhalten, deswegen drohten sie mit einem Hungerstreik.

    Gestern morgen war an der Baustelle der Graf-Recke-Str. 82 statt Baulärm das Rufen der Bauarbeiter zu hören. Sie machten auf dem Dach ihrer Baustelle Lärm, um auf die Ausbeutung aufmerksam zu machen, die sie durch einen Subunternehmer von SAR-Industrieservice erleben.

    Dieser wiederum gibt an, selbst Opfer einer Finanzierungslücke zu sein und auf rund eine Million Euro zu warten. Deswegen habe er seine rund 70 Mitarbeiter nicht bezahlt.

    Besonders brisant ist das vor dem Hintergrund, dass es sich nicht um irgendeine Baustelle handelt, sondern um eine klassische Luxussanierung. Aus einem Bürogebäude sollen Luxuswohnungen werden, in der die kleinste mit 51 Quadratmetern Wohnfläche rund 425.000 Euro kosten soll.

    Alle beteiligten Verantwortlichen weisen die Verantwortung für die Bezahlung der Leute, die ihren Luxus ermöglichen, von sich. Laut Aussage der Arbeiter:innen kennen diese weitere Baustellen in NRW, in denen ihre Kolleg:innen ebenfalls auf ihren Lohn warten.

    Dafür sei auch ein strukturelles Problem verantwortlich: Bauarbeiter:innen werden in der Regel über Subunternehmen beschäftigt. Die eigentlichen Bauherr:innen und Geldgeber:innen sind den Arbeiter:innen finanziell zu nichts verpflichtet. Die Industriegewerkschaft Bauen – Agrar – Umwelt (IG BAU) kritisiert diese strukturellen Mängel seit langer Zeit und sieht, dass die Politik die Bauarbeiter:innen nicht schützt.

    Der Streik der Arbeiter:innen zeigte ersten Erfolg: Eine kleine Summe sei schon geflossen, nun wollen die Arbeiter:innen dennoch die Baustelle verlassen und nach Hause reisen.

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