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Dienstag, Mai 28, 2024
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    Taliban schließen Frauen von Hochschulbildung aus

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    Eine der ersten Machtdemonstrationen der Taliban in Afghanistan war, jungen Frauen und Mädchen den Schulbesuch zu verwehren. Nun haben sie Frauen von den Hochschulen ausgeschlossen. Frauen sind jetzt fast vollständig vom Bildungssystem ausgeschlossen und wehren sich dagegen.

    In einem Brief richtet sich Scheich Nada Mohammed Nadim, der Bildungsminister der Taliban, an alle Universitäten und andere Hochschulen. Die Hochschulbildung von Frauen werde mit sofortiger Wirkung ausgesetzt.

    Jetzt schon setzen bewaffnete Sicherheitskräfte diesen Erlass vor den Toren der Hochschulen um. Sie verwehren Studentinnen, die wie gewohnt ihrem Studium nachgehen wollen, den Zutritt. “Sie wollen, dass Frauen zu Hause bleiben und Kinder kriegen. Das ist alles, mehr sollen sie nicht”, sagte die 21 Jahre alte Setara Farahmand, die deutsche Literatur studiert.

    Die Teilhabe von Frauen an Hochschulbildung war schon vorher eingeschränkt worden. Frauen mussten gesonderte Eingänge nutzen und durften nicht die selben Vorlesungen besuchen wie Männer. Schon im Oktober schränkten die Taliban die Fächer ein, in denen Frauen sich einschreiben konnten. Diese Fächer waren zusätzlich eingeschränkt, da nur wenige Universitäten Frauen die gesonderten Vorlesungen anbieten konnten. Medizin und Pädagogik gehörten zu den beliebtesten der noch erlaubten Fächer, für die sich jetzt tausende Frauen in Afghanistan eingeschrieben hatten.

    Frauen und Mädchen von der Bildung auszuschließen hat schon jetzt entscheidenden Einfluss auf deren Lebensbedingung. Mädchen dürfen die Schulen aktuell nur bis zur Sekundarstufe besuchen. Sie haben kaum Möglichkeiten, über Bildung ihre Teilhabe am Erwerbsleben zu gestalten und sich so selbst versorgen zu können. Die Hochzeiten auch junger Mädchen haben zugenommen, um ihre Versorgung zu sichern.

    Frauen stehen schon seit Beginn der Aufstände in Afghanistan in den ersten Reihen. Die Universitäten waren häufig Orte, an denen sich junge Menschen vernetzt haben. Häufig waren sie auch Tatorte brutaler Gewalt der staatlichen Organe. Den Umständen zum Trotz versammeln sich in den letzten 24 Stunden vieler Orts Studentinnen vor den Universitäten, um für ihre Teilhabe zu protestieren.

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