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Mittwoch, Mai 22, 2024
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    Wintersturm „Eliott“ versetzt USA in Chaos

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    In den USA sorgt die extreme Kälte zu Weihnachten für Chaos in mehreren Bundesstaaten. Mindestens 50 Menschen starben, die Stromversorgung vielerorts fiel aus und Reisende sitzen an Flughäfen fest. Profitorientierte Energieversorgung verschärft die Lage.

    Der arktische Sturm „Elliot“ betrifft derzeit weite Teile Nord-Amerikas, vor allem den Mittleren Westen und die Ostküste der USA. So sind insgesamt 240 Millionen Menschen von zweistelligen Minusgraden, Schneestürmen und Eiswinden betroffen. Die Kaltfront zieht dann voraussichtlich bald in Richtung Kanada ab.

    Insgesamt seien in diesem Zusammenhang seit Beginn des Sturmes am 21. Dezember über 50 Menschen gestorben, viele aufgrund der wetterbedingt deutlich eingeschränkte Handlungsfähigkeit der Rettungsdienste. In manchen Städten sind die Notdienste am Wochenende komplett zusammengebrochen, sodass teilweise die Nationalgarde zur Unterstützung entsandt und der Notstand verhängt wurde.

    Hinzu kommt, dass zu Weihnachten Millionen Reisende auf dem Weg zu ihren Familien oder Freund:innen an Flughäfen festsitzen, da über 5.700 US-Flüge abgesagt werden mussten und die Verwendung des Autos entweder nicht möglich oder zu gefährlich geworden ist.

    Millionen von Stromausfällen betroffen

    Laut der Verbraucherwebsite PowerOutage, waren am 24. Dezember mehr als 1,7 Millionen Haushalte ohne Strom. Dies läge, laut einem Stromnetzbetreiber, an dem höheren Verbrauch, sowie an durch die Kälte ausgelösten Betriebsschwierigkeiten der Kraftwerke.

    Als Konsequenz wurde von Kund:innen in 13 Bundesstaaten gefordert, weniger Strom zu verbrauchen und die Heizung herunterzustellen, um die Netze zu schonen. Außerdem solle sich auf mögliche „Blackouts“, also flächendeckende Strom- und Gasausfälle, vorbereitet werden. Im Bundestaat North Carolina wurden sogar Stromsperren an Haushalte verordnet.

    Gründe hierfür sind zugefrorene Leitungen bei Kraftwerken aufgrund mangelnder Isolierung, sowie fehlende Reserven in vielen Bundesstaaten. Es ist nämlich nicht in allen Staaten üblich, dass die Versorgerfirmen Geld für Reservekapazitäten, sowie winterfeste Anlagen bekommen und besitzen damit, aus marktwirtschaftlicher Sicht, keinen Anreiz für die entsprechende Vorbereitung.

    Blackouts in Texas 2021

    Vor zwei Jahren hatte die USA den letzten gravierenden Wintersturm erlebt. Damals traf die Kälte vor allem den Bundesstaat Texas, was insgesamt 246 Tode und mindestens 4,5 Millionen Menschen ohne Strom, Heizungen und Trinkwasser zur Folge hatte.

    Verantwortlich dafür waren, entgegen der Behauptung des Gouverneurs Greg Abott, nicht Windräder oder andere Erneuerbare Energien, sondern vor allem Ausfälle bei konventionellen Energien (wie z.B. Gas). Erstere sind nachweislich deutlich wetter- und insbesondere kälteresistenter.

    Ein weiterer Grund für die tagelangen Blackouts vor zwei Jahren war die texanische Energieinfrastruktur, welche vom nationalen Netz abgeschnitten wurden. Damit gingen die ansässigen Energiekonzerne nationalen Vorschriften aus dem Weg und konnten ihre Profite weiter steigern.

    Die Folge 2021 war, dass auch die Energiepreise massiv anstiegen, da sich die Strompreise in den USA rein nach Angebot und Nachfrage richten, also nicht fixiert sind. So mussten in Texas manche Menschen fünfstellige Stromrechnungen nachzahlen, da durch den Sturm die Nachfrage stieg, das Angebot aber deutlich zu gering war. Diesbezüglich bleibt abzuwarten, wie stark die Energiekosten dieses Jahr steigen werden.

    Der Bundesstaat Texas wird seit Jahrzehnten von den Republikaner:innen regiert und gilt als besonders konservativ und marktradikal, was sich vor allem durch eine generelle Ablehnung von staatlichen Eingriffen, sowie einem faktischen Abtreibungsverbot bemerkbar macht.

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