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Dienstag, Mai 28, 2024
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    Berlin: Mutmaßlicher Brandanschlag wirft Fragen auf

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    Im Berliner Norden brannte Ende Januar eine Unterkunft für Geflüchtete ab. Wie zwei Wochen später bekannt wird, starb in der Folge eine syrische Frau. Ein rassistischer Brandanschlag ist nicht auszuschließen.

    Am 25. Januar brannte nach Brandstiftung ein Mehrfamilienhaus im Berliner Ortsteil Blankenburg ab. In dem Haus waren obdachlose und geflüchtete Menschen untergebracht. 44 Menschen mussten evakuiert werden, laut Angaben der Feuerwehr wurden zwei schwer verletzt. Eine von ihnen war eine syrische Mutter, die am 10. Februar an ihren Verletzungen starb.

    Tatverdächtige gibt es bisher laut Polizei nicht. Dennoch liegt die Vermutung nahe, dass es sich um einen rassistisch motivierten Brandanschlag gehandelt haben könnte. Bereits in der jüngeren Vergangenheit gab es In Blankenburg Aufmärsche von Faschist:innen der Parteien „Der III. Weg“ und der NPD, die sich gegen die Geflüchteten richteten.

    Neue Fragen werfen jetzt das Verhalten der Polizei und die mangelnde Berichterstattung über die Brandstiftung auf. Der Sohn der verstorbenen Syrerin äußerte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, dass die Polizei ihn und seine Familie erst letzte Woche befragt habe. Seine Mutter war bereits tot und der Brand 23 Tage her.

    Öffentlich bekannt wurde der Tod überhaupt erst, nachdem der Berliner Journalist Tarek Baé sich auf Twitter äußerte. Er schreibt, dass die Verstorbene in der Vergangenheit „Erfahrungen mit Rassisten in ihrer Umgebung“ gemacht habe. Laut ihm kümmere sich der Bezirk Pankow, in dem das Haus stand, nicht um eine neue Wohnung für die 7-köpfige Familie – ihnen sei lediglich eine 2-Zimmer-Wohunng angeboten worden.

    Ebenso prangert er die ausbleibende Berichterstattung an und dass die Polizei erst 10 Tage nach dem Tod der Frau eine Meldung dazu veröffentlichte. Nur dank zahlreicher Medienanfragen in Folge des Twitter-Beitrags kam es laut der Polizeipressesprecherin am Montag überhaupt zu einer Veröffentlichung. Ein möglicher rassistischer Mordanschlag scheint für sie ohne öffentlichen Druck nicht berichtenswert zu sein.

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