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Sonntag, Mai 19, 2024
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    Internationaler Frauenkampftag weltweit: „Mit Jin-Jiyan-Azadî zur Frauenrevolution“

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    Die Rechte und Selbstbestimmung von Frauen sind weltweit bedroht. Am Internationalen Frauenkampftag haben sich Hunderttausende auf dem ganzen Globus die Straßen genommen. Polizeiketten und Repression konnten sie nicht aufhalten.

    In der Schweiz haben sich die Frauen am Abend des 8. März die Straße genommen, indem sie sich zu vielen unangemeldeten Demonstrationen versammelten. In der Schweizer Stadt Basel versuchte die Polizei, eine kämpferische Demonstration aufzuhalten, indem sie diese auf Höhe der Universität kesselte. Die Demonstrantinnen beantworteten den Versuch mit entschlossenen Sprechchören – „Heute und jeden Tag sind das unsere Straßen!“. Die Polizei eskalierte die Situation im Kessel, als sie Gummigeschosse gegen die Demonstrant:innen einsetzte. Gegen 23 Uhr sei laut Angaben der Polizei auch Pfefferspray und ein Warnschuss eingesetzt worden.

    In Winterthur sorgten 200 Demonstrant:innen mit Transparenten und Trommeln für einen Großeinsatz der Polizei. In Bern folgten rund 500 Teilnehmer:innen dem Aufruf zum „Queerfeministischen Kampftag“

    In Manila, der philippinischen Hauptstadt, fanden die Proteste in enger Zusammenarbeit zwischen Frauenorganisationen und Gewerkschaften statt. Dort kämpften sie gemeinsam gegen für Lohngerechtigkeit, faire Arbeitsbedingungen und für das Recht der Frauen, sich zu organisieren.

    Kampf gegen Femizide und staatliche Gewalt

    In Mexiko füllten Zehntausende die Straßen der Hauptstadt und weiterer großer Städte. In Hermosillo im Bundesstaat Sonora besprühten die Demonstant:innen den Sitz der Justiz mit feministischen Parolen und versuchten, sich Zugang zum Gebäude zu schaffen. Die Proteste richteten sich vor allem gegen die Femizide – jeden Tag werden in Mexiko 10 Frauen von ihnen nahestehenden Männern ermordet.

    In der französischen Hauptstadt Paris sammelten sich Tausende zu den Protesten, so viele wie seit langem nicht mehr. Die Organisatorinnen gehen davon aus, dass die Demonstration auch von den aktuellen Kämpfen gegen die Rentenreform befeuert wurde: „Wir sind auf der Straße, um Nein zur Rentenreform zu sagen und wirtschaftliche Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen anzuprangern, aber auch um geschlechtsspezifische und sexuelle Gewalt zu beenden, das Recht auf Abtreibung zu verteidigen oder sogar Frauen auf der ganzen Welt zu unterstützen.“ erklärt eine Teilnehmerin der Gewerkschaft “Solidaires”.

    „Hükümet Istifa“: Frauen fordern den Rücktritt der türkischen Regierung

    In der Türkei trugen die Frauen ihren Protest trotz Verboten und Repression auf die Straße. Die Demonstration am Taksim-Platz wurde zuvor verboten, dennoch marschierten die Frauen mit zwei Demonstrationen von Çihangir und Karaköy in Richtung des zentralen Platzes. „Hükümet Istifa“ war eine der gerufenen Parolen, mit der die Frauen den “Rücktritt der Regierung” forderten. Die Polizei beantwortete den Mut der Demonstrant:innen mit brutalen Festnahmen und Tränengas, dennoch gelang es ihr nicht, die Demonstration aufzulösen.

    Weitere große Demonstrationen fanden in Ankara und Izmir statt. Auch in den Städten, die heftig vom Erdbeben getroffen waren, haben Frauen Proteste organisiert: in Bodrum, Menteşe, Marmaris, Datça in Muğla, Efeler und Kuşadası in Aydın sowie in Denizli, Manisa und Balıkesir gingen sie auf die Straße und forderten den Rücktritt des Regimes vor dem Hintergrund seines Umgangs mit der Erdbebenkatastrophe.

    In der Autonomieregion Nord- und Ostsyrien war der 8. März zum zweiten Mal ein gesetzlicher Feiertag.  „Mit Jin-Jiyan-Azadî zur Frauenrevolution“ war das Motto, unter dem zehntausende Frauen der vielfältigen Bevölkerung auf den Straßen waren: „Arabische, kurdische, armenische, assyrisch-aramäische, turkmenische und tscherkessische Frauen beteiligten sich mit ihren Farben und Akzenten an den Feierlichkeiten, die in nahezu jeder Stadt und Gemeinde unter der Teilnahme von Repräsentantinnen und Repräsentanten der Selbstverwaltung, aller Behörden, Parteien, Militärverbänden und NGOs stattfanden.“, so die kurdische Nachrichtenagentur ANF.

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