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Sonntag, Mai 19, 2024
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    Türkische Besatzungsmacht schießt auf Newroz-Fest in Efrîn

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    Das kurdische Neujahrsfest ist Teil einer widerständischen Kultur, die von Bevölkerungen in West- und Südasien gefeiert wird. Das Fest mit langer Tradition ist auch heute von wichtiger politischer Bedeutung für Kurd:innen weltweit. In Efrîn haben der Türkei nahestehende Milizen die Feier angegriffen und vier Menschen getötet.

    In der Kreisstadt Cindirês in der von der Türkei besetzten Region Efrîn / Nordsyrien ist gestern Abend während einer Newroz-Feier ein Massaker von dschihadistischen Milizionären verübt worden. Augenzeugenberichten zufolge haben Mitglieder der protürkischen Miliz Ahrar al-Sharqiya auf Menschen geschossen, die im Vorfeld des kurdischen Neujahrsfests ein Feuer errichteten. Vier Männer wurden getötet, weitere Menschen erlitten Verletzungen.

    Die Opfer wurden als Ferhan Osman (43), Îsmaîl Osman (38), Mihemed Îsmaîl Osman (18) und Mihemed Osman (42) identifiziert. Ihre Leichen befinden sich im türkischen Militärkrankenhaus in Cindirês.  Augenzeugin Rojîn Othman, deren 50-jähriger Bruder sich unter den Getöteten befindet, berichtete, dass eine Gruppe von Männern zunächst die feiernden Menschen mit Steinen bewarf und dann zu den Waffen griff und das Feuer eröffnete.

    Protest gegen die Besatzung

    Die Newroz-Feste haben ohnehin einen politischen Charakter, der an den andauernden antikolonialen Widerstand der kurdischen Bevölkerung erinnert. Auch deswegen sind die Feiern in vielen Regionen stark eingeschränkt, in der Türkei waren Feierlichkeiten bis vor kurzem sogar gänzlich verboten.

    Als Reaktion auf den Angriff in Cindirês kam es zu Protesten gegen die andauernde Besatzung durch die Türkei, die nunmehr seit fünf Jahren anhält. Eine wütende Menschenmenge protestierte vor dem Krankenhaus gegen die Söldnertruppen der türkischen Besatzungsmacht, wie Civaka Azad  (Kurdisches Zentrum für Öffentlichkeitsarbeit) berichtet.

    Internationale Solidarität

    Newroz wird weltweit gefeiert und steht im Zeichen der internationalen Solidarität. Im diesjährigen Aufruf von KON-MED zum Widerstandsfest in Frankfurt a.M. am 25. März heißt es: „Das diesjährige Newrozfest steht abermals im Zeichen des Kampfes zwischen autoritären Regimen im Nahen Osten wie der Türkei oder dem Iran und den widerständigen Völkern. Auf welcher Seite wir uns positionieren, steht außer Frage. Mit unserem Newrozfest wollen wir ein Signal nach Kurdistan und in den Nahen Osten aussenden. Wir wollen den Frauen und Männern, die tagtäglich auf den Straßen und in den Bergen für ihre und unsere Freiheit kämpfen, zeigen, dass wir auf ihrer Seite stehen. Wir wollen uns gegen den Krieg in Nord- und Ostsyrien sowie in Südkurdistan stellen!

    Wir wollen den mutigen Menschen in Iran und Rojhilat zur Seite stehen, die gegen das brutale Mullah-Regime auf die Straßen gehen! Wir wollen unserer Forderung nach einem Ende der Isolation Abdullah Öcalans auf der Gefängnisinsel Imrali Nachdruck verleihen und für eine friedliche politische Lösung der kurdischen Frage eintreten. Wir wollen gemeinsam mit euch die Botschaft vermitteln, dass mit dem diesjährigen Newroz nicht nur ein neuer Tag und ein neues Jahr anbricht, sondern auch ein neues Zeitalter, in dem für autoritäre Regime kein Platz mehr ist!“

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