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Donnerstag, Mai 30, 2024
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    “Adler Group”: Hausdurchsuchungen bei Immobilienkonzern – Verdacht auf Betrug

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    Am Mittwoch kam es zu einer großangelegten Razzia bei Teilen der Führungsriege in der “Adler Group”. Dem Tochterunternehmen des Immobilienkonzern, der “Adler Real Estate AG”, wird Bilanzfälschung und Marktmanipulation vorgeworfen.

    Windige Geschäfte mit milliardenhohen Gewinnen auf der einen Seite und Probleme, die Miete bezahlen zu können, auf der anderen – dafür steht besonders in den Großstädten für viele Menschen der Immobilienmarkt. Ein großer Player ist hier das Unternehmen “Adler Group” in Luxemburg, das 2020 aus einer Fusion von Adler Real Estate, Consus und Ado Properties entstand.

    Am heutigen Mittwoch begann nun eine Großrazzia mit Hausdurchsuchungen bei verschiedenen deutschen, österreichischen und englischen Beschuldigten im Alter von 38 bis 66 Jahren. Sie sollen als teils ehemalige Vorstände Bilanzen des Unternehmens in den Jahren 2018 bis 2020 gefälscht oder Beihilfe dazu geleistet haben. Außerdem besteht der Verdacht, dass sie Preise für Projekte künstlich in die Höhe getrieben hätten.

    Bereits im Oktober 2021 waren erstmals Vorwürfe gegen Adler in diese Richtung öffentlich geworden. Ein halbes Jahr später legte dann der Wirtschaftsprüfer KPMG das Ergebnis einer Sonderprüfung vor, die zwar Mängel in den Bilanzen sah und deshalb das Testat für die Bilanz 2021 verweigerte, jedoch keine gezielte Fälschung. Allerdings wurde dem Unternehmen nach eigener Aussage auch der Zugang zu tausenden Dokumenten versagt.

    Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt erklärte, würden nun gemeinsam mit dem BKA insgesamt 21 Objekte in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Portugal, Monaco, Luxemburg und Großbritannien – darunter Geschäftsräume, Wohnungen und eine Rechtsanwaltskanzlei – durchsucht werden. 175 Beamt:innen seien im Einsatz. Ergebnisse der Maßnahme werde man am Mittwoch selbst wohl noch nicht vorlegen können.

    Die Adler Group ist vor allem durch ihre Großprojekte bekannt. So sollten auf dem ehemaligen Gelände der Holsten-Brauerei in Hamburg-Altona unter ihrer Regie rund 1.300 Wohnungen entstehen. In Leipzig hatte die Adler Group mehrere Großbaustellen vom Vorgänger “CG Group” übernommen, sich 2022 aber mit einem gewinnbringenden Verkauf tausender Wohnungen und Gewerbeflächen aus der Stadt zurückgezogen. Ergebnis des Millionengeschäfts waren auch hier steigende Mieten.

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