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Sonntag, April 21, 2024
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    Taiwanischer Chiphersteller produziert bald auch in Dresden

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    Der Chip-Gigant TSMC baut ab dem nächstem Jahr ein Werk in Sachsen auf. Die Bundesregierung unterstützt dieses Vorhaben voraussichtlich mit fünf Milliarden Euro.

    Die “Taiwan Semiconductor Manufacturing Company”, kurz TSMC, hat heute offiziell bekannt gegeben, in Zusammenarbeit mit den deutschen Tech-Größen Bosch und Infineon sowie dem niederländischen NXP eine gemeinsame Chip-Fabrik in Dresden aufzubauen. TSMC hält 70% der Anteile an der gemeinsamen Fabrik. Die Investitionen werden im Rahmen des “European Chips Act” getätigt und allein vom deutschen Staat mit fünf Milliarden Euro subventioniert.

    In der Fabrik, deren Bau bis 2027 beendet sein soll, werden zukünftig moderne Halbleitersysteme, die vor allem in der Autoindustrie zum Einsatz kommen sollen, produziert. Das neue Projekt wird als weiterer wichtiger Baustein des sogenannten “Silicon Saxony” – dem Verein bzw. Branchenverband der sächsischen Mikroelektronik-, Halbleiter-, Photovoltaik- und Softwarebranche – und einer autarken deutschen Chip-Produktion gefeiert. Bereits im Mai hatte Olaf Scholz während des Spatenstichs für eine neue Infineon-Fabrik in Dresden gesagt, Halbleiter seien das „Erdöl des 21. Jahrhunderts“. Die deutschen Kapazitäten für die Halbleiter-Produktion werden deswegen weiterhin ausgebaut werden.

    Damit bereitet sich Deutschland auch gezielt auf den drohenden Krieg um Taiwan zwischen den imperialistischen Mächten USA und China vor. Diese Vorbereitung umfasst dabei nicht nur, bei einem Angriff auf Taiwan und die taiwanesische Chip-Produktion weiterhin die Versorgung mit Halbleitern sicherstellen zu können. Deutschland arbeitet auch auf Hochtouren daran, der größte Produzent von Halbleitern in Europa zu werden, um so dauerhaft den eigenen Einfluss im Ringen der imperialistischen Mächte zu stärken.

    Deutsche Politiker:innen preisen nun die geplante Fünf-Milliarden-Investition – ähnlich wie die Förderungen für das Intel-Projekt in Magdeburg und zahlreiche andere Subventionen für Großkonzerne – als Investition in Deutschlands Zukunft. Doch diese Gelder fehlen nun an anderen Ecken und Enden und werden den Arbeiter:innen momentan durch Kürzungen, Reallohnsenkungen und Einsparungen abgepresst.

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