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Sonntag, März 3, 2024
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    Proteste zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen 2023

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    Am 25. November, dem “Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen”, haben überall in Deutschland und auch international Proteste stattgefunden. Wir berichten von einigen Aktionen, die der patriarchalen Gewalt den Kampf angesagt haben.

    „Der Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November findet im Schatten von Kriegen statt.“, heißt es in einer Erklärung zum 25. November aus Rojava. Die Lage und Rolle von Frauen in den Kämpfen weltweit war in diesem Jahr auf besondere Weise Thema auf den verschiedenen Aktionen in Deutschland und bundesweit.

    In Augsburg fand eine Demonstration durch die Innenstadt statt, bei der die Teilnehmer:innen bewiesen, dass auch ein kleiner Demozug kämpferische Parolen nach außen tragen kann. In einer Rede für das Augsburger “Solidaritätsnetzwerk” thematisierte die Rednerin die Rolle und Lage der Frauen in internationalen Kämpfen wie aktuell in Palästina.

    Proteste gegen ausbeuterische Textilkonzerne und Schläger

    In Basel widmeten die organisierten Frauen den Vorabend des 25. November der internationalen Solidarität mit Frauen im Arbeitskampf. Mit Graffittis an den Schaufenstern von H&M solidarisierten sie sich mit den streikenden Textilarbeiter:innen in Bangladesh und machtan an diesem Beispiel deutlich, wie kapitalistische und patriarchale Ausbeutung Hand in Hand miteinander gehen.

    In Berlin gab es für eine Demo von Keine Show für Täter einen konkreten Anlass: Der Boxer Tom Schwarz, gegen den es Gewaltvorwürfe nicht nur von seiner Ex-Verlobten gibt, sollte am Abend bei einer Boxshow eine Bühne bekommen. Dem Aufruf von folgend, demonstrierten die Teilnehmer:innen nicht nur gegen den Auftritt des Boxers, sondern gegen alle Formen patriarchaler Gewalt. Im Vorhinein hatte auch eine klassenkämpferische Demonstration des Revolutionären Frauenbündnisses stattgefunden, deren Teilnehmerinnen sich der Versammlung anschlossen.

    Internationale Frauensolidarität

    In Essen fand in der Innenstadt eine Kundgebung gegen Gewalt an Frauen statt. Neben Rede- und Kulturbeiträgen rückten die Organisatorinnen die internationale Frauensolidarität in den Vordergrund, und Parolen wie „Jin, Jiyan, Azadî“ waren in der Fußgänger:innenzone zu hören.

    Auch in Frankfurt war dieser Internationalismus, der die Frauenbewegung stärkt, deutlich spürbar: Das “Jin, Jiyan, Azadî-Bündnis” rief hier zu einer Demonstration auf. Ein inhaltlicher Schwerpunkt der kämpferischen Aktion waren die mindestens 100 dokumentierten Femizide in Deutschland in diesem Jahr.

    In Freiburg kamen 250 Personen zu einer Demonstration zusammen, zu der der “Antifaschistische Konsens”, “Palästina spricht”, “Women Defend Rojava” und der “Kurdische Frauenrat” aufriefen. Aufgrund seiner Zzusammensetzung erfuhr das Bündnis schon im Vorfeld Repressionen. Schließlich konnten die Organisatorinnen die Demonstration jedoch auf einer geänderten Route erfolgreich durchführen. Wie an vielen Orten endete dieser Tag in Freiburg nicht mit der Demonstration, sondern einem gemeinsamen Abend mit Kulturbeiträgen über Revolutionärinnen der Geschichte und Gegenwart.

    Hunderte Menschen beteiligten sich an einer vielfältigen und lautstarken Demonstration durch Hamburg.

    Durch Istanbul fand – trotz der alljährlichen Repressionen – eine große Demonstration der „Frauenplattform 25. November“ unter folgendem Motto statt: „Die Täter sind zu Hause, im Parlament, am Arbeitsplatz, in der Schule – Die Frauen sind auf der Straße gegen männliche und staatliche Gewalt“. Eine sehr konkrete Forderung der Frauenbewegung in der Türkei ist die Rückkehr zur sogenannten “Istanbul-Konvention”, die das Recht auf Gewaltschutz von Frauen und Mädchen grundlegend regelt. Auch andernorts versuchte die türkische Polizei, die Entschlossenheit der Frauen zu brechen, wie beispielsweise Videos aus Amed zeigen:

    In Köln organisierte das Bündnis „Revolutionärer 25. November“ eine einfallsreiche Protestaktion:
    Mit einem Straßentheater machten die Frauen auf die beinahe Alltäglichkeit von Femiziden in Deutschland aufmerksam.

    In Leipzig veranstaltete ein Bündnis revolutionärer Gruppen eine kämpferische Demonstration. Die Demonstrantinnen riefen dort Parolen wie „Clara Zetkin wusste schon: Ohne Frauen keine Revolution!” oder “Ivana hat es schon erkannt: LGBTI in den Widerstand!”

    In Wuppertal gab es neben der Aktion am Tag gegen Gewalt an Frauen selbst auch eine Vorabendkundgebung auf dem Laurentiusplatz. Am 25. November dann widmeten sich die Rednerinnen den Themen „Gewalt in der Schule“ sowie den vielen Fällen, in denen gewaltbetroffene Frauen und Mädchen sich nicht auf Polizei und Gerichte verlassen können.

    Das Motto der Frauenbewegung zum 25. November in Rojava lautete in diesem Jahr: „Gegen alle Formen von Gewalt und Besatzung: Jin Jiyan Azadî!”. Die Frauen reagierten damit darauf, dass Frauen und Mädchen weltweit unter den imperialistischen Kriegen und unter staatlicher Unterdrückung leiden. „Der Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November findet im Schatten von Kriegen statt.“, hieß es in einer ihrer Erklärungen.

     

     

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