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Sonntag, März 3, 2024
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    Bahnstreik: „Die DB soll zurück an den Verhandlungstisch kommen!“

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    Die GdL führte von Donnerstag 22 Uhr bis Freitag 22 Uhr ihren letzten Warnstreik vor der selbst auferlegten Streikpause bis zum 7. Januar durch. Währenddessen läuft in der Gewerkschaft eine Urabstimmung für einen unbefristeten Streik: In der neuen Verhandlungsrunde, die seit dem 7. November läuft, lehnte die DB AG bis jetzt die Kernforderungen der Gewerkschaft ab. Perspektive besuchte einen Streikposten in Frankfurt. – Ein Interview.

    Warum seid ihr hier?

    Wir streiken!

    Was sind eure konkreten Forderungen?

    Wir fordern sowohl eine Entgelterhöhung als auch eine Arbeitszeitverkürzung. Konkret geht es um eine Erhöhung des Entgelts um 550 Euro für alle, sowie eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit von jetzigen 38 Stunden auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Das sind zwei der großen Streitpunkte. Außerdem fordern wir eine Inflationsprämie von 3.000 Euro ein, die man uns bis jetzt nicht gezahlt hat.

    Wie verliefen die Verhandlungen bisher?

    Ich kann die Frage nur von außen betrachten durch das, was man so mitbekommt in den Medien über die Verhandlung. Es sind schwierige Verhandlungen, die Deutsche Bahn ist nicht willens viele unserer Forderungen anzuerkennen und dann überhaupt darüber zu verhandeln. Das ist die Schwierigkeit an der Sache: Die andere Seite will nicht reden.

    Wie nimmst du die Berichterstattung in den Medien über den Streik wahr?

    Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk variiert die Berichtserstattung: Teils ist sie objektiv, teils ist sie polarisierend, habe ich das Gefühl. Privatmedien sind in der Regel noch polarisierender und uns gegenüber negativer eingestellt. Zumindest ist das unser Eindruck.

    Wenn du die Möglichkeit hättest, den betroffenen Pendler:innen etwas mitzuteilen, was wäre das?

    An der Stelle müssen wir sagen, dass es uns für die Fahrgäste leidtut. Wir streiken nicht gerne. Das sind unsere Kunden. Wir haben einen gewissen Arbeitsethos als Eisenbahner, das ist uns wichtig. Allerdings macht es der Alltag der Eisenbahn allen nicht leicht: Jeden Tag fallen Züge aus, Weichen sind irgendwo defekt, Stellwerke sind defekt, Weichen sind eingefroren, keine Schneepflüge – das hat man ja jetzt in München gesehen. An der Stelle bitten wir unsere Fahrgäste um Geduld, auch wenn es sicherlich schwerfallen mag.

    Hast du noch Schlussworte?

    An der Stelle fordere ich die Deutsche Bahn auf, zurück an den Verhandlungstisch zu kommen und über alle Forderungen zu verhandeln! Für uns ist es inakzeptabel, dass die DB uns vorschreiben will, dass wir nicht für unsere Mitglieder in den Stellwerken, in den Werkstätten und in der Verwaltung Tarifverträge abschließen dürfen, obwohl uns das von Rechts wegen gestattet worden ist.

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