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Dienstag, März 5, 2024
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    Mondlande-Mission „Peregrine“ scheitert

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    Am 8. Januar startete das privatwirtschaftliche amerikanische Mondlandegerät Peregrine seine Frachtreise zum Mond. Dabei gab es schnell Komplikationen, die das Projekt scheitern lassen. Hinter der Zunahme an Weltraummissionen stehen verschiedene ökonomische Interessen.

    Am 8. Januar startete das private Mondlandegerät „Peregrine“ (Wanderfalke) in seine Mission zum Mond. Unmittelbares Ziel ist der Transport von Objekten aus mehreren Ländern, darunter wissenschaftliche Geräte zur Untersuchung des Mondbodens.

    Das weiter gesteckte Ziel der Mission ist, den Aufbau einer bemannten Mondbasis am Südpol des Mondes vorzubereiten. Dies soll im Rahmen des Artemis-3-Programms der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA geschehen . Die Mondbasis könnte dann als Zwischenstopp für eine Mission zum Mars dienen. Das private Peregrine-Projekt ist daher Teil des Commercial Lunar Payload Services-Programms (Kommerzielle Mondnutzlastdienste) zum Ausbau des kommerziellen Frachtverkehrs zum Mond und wird durch die Behörde gefördert.

    Das 2 Meter hohe und 2,5 Meter breite Mondlandegerät ist als Einwegprojekt konzipiert, das nur dazu dient, seine Ladung abzuliefern, ohne den Rückweg zur Erde antreten zu können.

    Kurz nach dem Start der Mission kam es jedoch bereits zu Komplikationen. Aufgrund eines Kraftstofflecks ist es unwahrscheinlich, dass das Mondlandegerät sein Ziel erreichen wird. Das neue Ziel ist nun, Peregrine so weit wie möglich hinaus zu befördern. Es reiht sich damit ein in weitere gescheiterte Projekte privater Mondlandeversuche der letzten Jahre.

    Verstärkter Kampf ums All

    Seit einigen Jahren gibt es nach Jahrzehnten ohne Fortschritte verstärkte Bemühungen konkurrierender kapitalistischer Nationen um die Kolonisierung des Alls. Dabei verbinden sich mehrere Zielsetzungen miteinander:

    Einerseits gibt es den „Traum“ der Menschheit von der Eroberung des Weltalls, der kulturell in unzähligen Science Fiction-Filmen deutlich wird. Auch ein Prestigegewinn steht für kapitalistische Staaten in Aussicht, wenn Fortschritte in dieser Richtung erreicht werden. Andererseits gibt es auch direkte ökonomische Interessen, wie z.B. die kommerzielle Verwertung möglicher Rohstoffreichtümer. Auch militärische Ziele wie ein Raketenabfangschirm im Orbit der Erde werden erhofft. Und letztendlich suchen die Kapitalist:innen auch nach einem Fluchtort vor der Zerstörung der Erde.

    Nachdem es in den 1960er und 70er Jahren – durch den Kalten Krieg angeheizt – rasche Entwicklungen und Fortschritte sowohl in der bemannten als auch unbemannten Raumfahrt gab, schlief die bemannte Raumfahrt jenseits des Erdorbits danach ein.

    Mit dem Aufstieg Chinas als neuem nationalstaatlichen Hauptgegner der euro-amerikanischen Imperialist:innen erhält die Raumfahrt nun neuen Schwung. Dabei bauen bürgerliche Medien zwar vordergründig auf die ideellen Momente der Raumfahrt: Fortschritt und Forschergeist, Eroberung des Alls. Doch dahinter stehen vor allem ökonomische Interessen: Am 19. Januar soll der Mondlander “SLIM” der japanischen Weltraumagentur landen. Im Laufe des Jahres sollen zudem weitere kommerzielle Projekte der USA dem Versuch des Peregrine folgen.

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