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Montag, April 22, 2024
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    Versuchter Femizid in Köln – “Ein Konflikt führt nicht zum Mord, das Patriarchat jedoch tötet!”

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    In Köln überlebt eine 23-Jährige einen Messerangriff. Dringend tatverdächtig und nach Flucht festgenommen ist ihr Ex-Partner, der ihr aufgelauert haben soll. Das Frauenkollektiv Köln ordnet den Fall als versuchten Femizid ein und kündigt Protest an.

    “An jedem Tag versucht ein (Ex-)Partner, eine Frau zu töten. An jedem dritten Tag gelingt es einem.”, so wird die Statistik zu tödlichen Gewalttaten gegen Frauen oft zitiert. Seit Jahren steigen die kriminal-statistischen Zahlen zur Partnerschaftsgewalt, während der Pandemie noch stärker als sonst schon.

    In Medienberichten sind diese Taten kaum sichtbar und schwer als solche zu erkennen, denn sie werden häufig zu ‘Rosenkriegen’ oder ‘Beziehungsdramen’ verklärt. Die antikapitalistische Frauenorganisation Zora widmet der Presse-Rhetorik eine Erklärung und beschreibt: “In unseren Köpfen entsteht ein Bild, in dem es um einzelne Frauen geht, die voneinander losgelöst ermordet wurden, weil sie jeweils Konflikte in ihrer Beziehung hatten. Doch ein Konflikt innerhalb einer Beziehung führt nicht zu Mord – das Patriarchat jedoch tötet.”

    Noch unsichtbarer sind die Fälle, in denen eine angegriffene Frau die Gewalttat überlebt. Diese Taten werden als “versuchte” Tötungsdelikte oder Morde in Polizeiberichten geführt. Ein solches versuchtes Tötungsdelikt ereignete sich am vergangenen Freitag, den 16. Februar in Köln.

    Im Zusammenhang mit einem Zeugenaufruf schildert die Polizei den Tathergang: Eine 23-jährige Frau wird derzeit im Krankenhaus behandelt, nachdem sie einen Angriff mit mehreren Messerstichen überlebte. Dringend tatverdächtig sei ein 29-jähriger Mann, ihr Ex-Freund.

    Dieser soll ihr im Auto aufgelauert und sie dann bis zur nächsten Straßenecke verfolgt haben. Laut Polizeibericht habe er sie dort “ohne Vorwarnung” mit einem Messer angegriffen und im Gesicht sowie am Oberkörper verletzt. Der Tatverdächtige flüchtete zu Fuß, wurde inzwischen in Mülheim an der Ruhr festgenommen und soll am heutigen Sonntag, 18.02., dem Haftrichter vorgeführt werden.

    Das Frauenkollektiv Köln benennt die Tat beim Namen: “In Köln-Ehrenfeld hat es Freitagabend einen versuchten Femizid gegeben.”. Für Mittwoch, den 21. Februar ist um 18:00 Uhr eine Kundgebung angekündigt. Der Versammlung soll am Tatort, an der Ecke Widdersdorfer Str./Maarweg, stattfinden.

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