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Samstag, April 13, 2024
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    Hetze gegen Fußballer Rüdiger nach religiösem Post

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    Nachdem der Nationalspieler Rüdiger auf seinem Instagram-Account ein Bild mit Tauhid-Finger postete, diffamierten ihn Rechte als „Islamisten“ und „Extremisten“. Er wird dabei nicht das erste Mal zur Zielscheibe von antimuslimischer Hetze.

    Am 11. März – zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan – hat Fußballer Antonio Rüdiger ein Bild mit Grußwort auf Instagram gepostet. Darauf war der deutsche Innenverteidiger der Nationalelf kniend im weißen Gewand mit erhobenem Zeigefinger zu sehen. Diese Geste (arab. Tauhid, deutsch: „Eins-sein”) symbolisiert den Glauben an die Einheit Gottes und wird beispielsweise beim islamischen Glaubensbekenntnis gezeigt.

    Millionen Menschen verwenden die Geste täglich. Im Nachgang hatte Ex-BILD-Chefredakteur Julian Reichelt auf X (vormals Twitter) den Zeigefinger als „Islamistengruß“ diffamiert. Grund dafür ist, dass der Islamische Staat (IS) seit Jahren versucht, den Gruß seinem ursprünglichen Zweck zu entfremden. Dies nutzen Rechte als willkommene Gelegenheit, um den muslimischen Glauben insgesamt anzugreifen und rassistische Hetze zu schüren.

    Klarstellung und Strafanzeige

    Am Mittwoch, 27. März, – nach den beiden Länderspielen Deutschlands – sah sich Rüdiger genötigt, klarzustellen, dass er sich entschieden von „jeglicher Art von Extremismis und Islamismus-Vorwürfen“ distanziere. Er stehe für Frieden und Toleranz ein. Das Innenministerium bestätigte auf Anfrage der BILD die Einschätzung des „Tauhid-Fingers” als unproblematische Geste.

    Am selben Tag haben Rüdiger und der Deutsche Fußballbund (DFB) Anzeige gegen Reichelt gestellt. Die Vorwürfe sind Verleumdung und Hassrede im Netz. Trotzdem hat der ehemalige BILD-Chefredakteur sein Ziel wohl erreicht: sein Name ist wieder aus der Bedeutungslosigkeit aufgetaucht und zumindest für ein paar Wochen durch verschiedene Medien gegangen.

    Schon Wirbel um Instagram-Like 2020

    Schon 2020 fanden ähnliche Diffamierungen zulasten des Nationalspielers statt. Damals hatte Rüdiger ein Instagram-Post des UFC-Champions Khabib Nurmagomedov mit einem Like versehen. In dem Post hatte sich dieser gegen Frankreichs Präsident Macron gestellt, nachdem dieser den islamistisch motivierten Mord an einem Lehrer in Paris als „barbarischen islamistischen Terrorismus” bezeichnet hatte. Abgebildet auf dem Instagram-Post war Macrons Gesicht mit einem Stiefelabdruck im Gesicht.

    Für diese Interaktion in den sozialen Medien hat sich Rüdiger im Anschluss entschuldigt. Er distanzierte sich von dem gezeigten Inhalt und betonte, dass „man keine Beiträge liken [sollte], die in Sprachen verfasst sind, die man gar nicht versteht“. Die Springer-Presse und neurechte Stimmen betrieben allerdings schon damals anti-muslimische Hetze und sprachen von einem „Islamismus-Alarm“ bei der Nationalmannschaft.

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