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Dienstag, Juni 18, 2024
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    Hurrikan und Kapital: Zwei Katastrophen, die die Menschen zerstören

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    Die beginnende Hurrikan-Saison wird besonders schwer: Es wird mit bis zu 13 Hurrikans gerechnet. Dahinter steckt nicht etwa abstrakt und allgemein „die Menschheit“, sondern verstecken sich ganz konkret der Kapitalismus und die Kapitalist:innen als Ursache. – Ein Kommentar von Johann Khaldun.

    Die Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) gibt einen düsteren Ausblick auf die Hurrikan-Saison diesen Jahres: sie reiche vom 1. Juli bis zum 30. November. NOAA sagt für diesen Zeitraum 17 bis 25 tropische Wirbelstürme mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 119 km/h voraus. Davon könnten sich zwischen 8 – 13 Stürme zu Hurrikans heranbilden. Zwischen 4 – 7 davon könnten sich gar zu schweren Hurrikans mit Windgeschwindigkeiten von über 178 km/h entwickeln.

    Die Vorhersage-Wahrscheinlichkeit gibt die Behörde mit hohen 70 Prozent an. Insgesamt handelt es sich dabei um die höchste Zahl von tropischen Wirbelstürmen, welche die Behörde je vorhergesagt hat.

    Ein Faktor, der zu diesen extremen Vorhersagen führt, ist die Meereserwärmung im Nordatlantik, die im letzten Jahr erst bereits einen neuen Rekordwert erreicht hat. Es wurde eine Meeresoberflächentemperatur von 22,1 Grad Celsius gemessen.

    „Menschengemachte“ Klimaerwärmung

    Die NOAA selbst gibt folgenden Hintergrund für die tieferliegenden Prozesse an: „Der vom Menschen verursachte Klimawandel erwärmt unsere Ozeane weltweit und im atlantischen Becken und lässt das Eis an Land schmelzen, was zu einem erhöhten Risiko von Sturmfluten führt. Der Anstieg des Meeresspiegels stellt einen klaren menschlichen Einfluss auf das Schadenspotenzial eines bestimmten Hurrikans dar.“

    Der Begriff des „vom Menschen verursachten Klimawandels“ ist ein ungenauer Begriff. Denn was er verbirgt, ist die Tatsache, dass wir in einer bestimmten, in Klassen geteilten Gesellschaft leben. Das ist der Kapitalismus, in dem die beiden antagonistischen Klassen die der „Kapitalist:innen” und die der „Arbeiter:innen” sind. „Den Menschen“ für sich gesehen gibt es in ihm nicht, sondern es gibt bestimmte Klassen, denen ein sehr unterschiedlicher Anteil der Verantwortung an der weltweiten Klimakrise zukommt.

    Die Hauptschuld liegt bei den Kapitalist:innen, die im wahnwitzigen Konkurrenzkampf durch die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus zur rücksichtslosen Ausbeutung von Natur und Arbeiter:innen gezwungen sind. Wie vom Teufel getrieben müssen sie produzieren, um auf dem Markt zu bestehen und so Profite für ihr Überleben zu schöpfen. Wer sich da ernsthaft um die Natur kümmert, wird gnadenlos vom nächstbesten Konkurrenten vom Markt gedrängt.

    Angesichts einer solchen gesellschaftlichen Grundlage bleibt kein Ausweg aus der Klimakrise, der nicht über dieses System hinaus denkt. Daher bleibt der amerikanischen Behörde, die durch den bürgerlichen Staat an das Interesse des Kapitals gebunden ist, auch nichts weiter übrig, als angesichts der aufziehenden Tragödien bessere Vorhersage-Modelle und einen verbesserten Katastrophenschutz zu fordern. Innerhalb der Grenzen des Kapitalismus ist und bleibt eine Lösung der Klimakrise undenkbar. Was bleibt, ist allein die Verwaltung der Zerstörung der Menschen durch das Kapital.

    • Perspektive-Autor seit 2023. Philosoph deutsch-algerischer Abstammung mit Fokus auf Arbeiter:innengeschichte und deutschem Idealismus. Vom Abstrakten zum Konkreten auf dem Weg der Vermittlung.

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