Frauen verdienen weniger Geld und leisten 60% mehr unbezahlte Arbeit.


Laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung leisten Frauen durchschnittlich 60% mehr unbezahlte Hausarbeit als Männer. Der größte Teil unbezahlter Hausarbeit, Kinderbetreuung und Angehörigen-Pflege wird in Deutschland weiterhin von Frauen geleistet. Für die Fürsorge von Angehörigen wenden Frauen zwischen 18 und 64 Jahren demnach sogar mehr als doppelt so viel Zeit auf wie Männer.

Zwar unterscheide sich die durchschnittliche Wochenarbeitszeit laut der Studiendaten zwischen Frauen und Männern kaum. Männer werden jedoch nicht nur bei gleicher Arbeit deutlich besser bezahlt, sondern Frauen wird ein Großteil ihrer Wochenarbeitszeit gar nicht bezahlt. Die finanzielle Abhängigkeit von Frauen ist damit in Deutschland weiter hoch. Frauen sind demnach in Paar-Beziehungen überwiegend in Teilzeit beschäftigt, wenn sie überhaupt bezahlte Arbeit haben.

Problematisch sei laut der Studie die geringe Teilhabe an bezahlter Arbeit vor allem für das individuelle Einkommen, die beruflichen Chancen und die Altersversicherungsansprüche von Frauen. Und selbst wenn beide Partner Vollzeit arbeiteten, leiste eine Frau im Mittel gut drei Stunden Hausarbeit – der Mann nur zwei.
Die Untersuchung basiert auf einer Sonderauswertung des WSI GenderDatenPortals auf Grundlage einer Erhebung des Statistischen Bundesamts unter mehr als 10.000 Menschen in Deutschland im Jahr 2012/2013.