Brasilien steht für einen Tag still. Massiver Generalstreik gegen neoliberale Reformen.

Seit heute Nacht, 0 Uhr, läuft ein Generalstreik gegen die neoliberalen Reformen der brasilianischen Regierung von Präsident Michel Temer. Zu dem Aktionstag unter dem Motto „Brasilien wird stillstehen“ hatten neben Gewerkschaften und linken Parteien auch die sozialen Bewegungen, indigene und Frauen-Organisationen aufgerufen.

Die Regierung beabsichtigt unter anderem eine Reform der Sozialversicherung mit massiven Rentenkürzungen, eine Aushöhlung des Arbeitsrechts und die Ausweitung von Leiharbeit. Nach der Umsetzung der Reformen wird mit einem Anstieg der Leiharbeiter von heute 13 auf über 50 Millionen gerechnet. Das Renteneintrittsalter soll zudem um fünf und die minimale Beitragszeit um zehn Jahre angehoben werden.

Den Startschuss für den Generalstreik machten um Punkt 0.01 Uhr mindestens 100.000 ÖlarbeiterInnen im ganzen Land. Die ArbeiterInnen der Flughäfen, Bahnen und des Busverkehrs folgten. Beschäftigte aus allen Branchen – Metallurgie, Bauwesen, Chemische Industrie, Textil, Post und Bildung – hatten auch schon im Vorhinein ihre Beteiligung angekündigt.

Brasilianische Medien berichten von zahlreichen Straßen- und Brückenblockaden durch Streikende. Der Versuch, den Streik mit gerichtlichen Verboten zu behindern, zeigte keine Wirkung. In vielen Fabriken und Betrieben wurde der Beschluss zur Streikteilnahme mit 100% Zustimmung getroffen. Es wird von dem größten Streik in der Geschichte Brasiliens gesprochen.