Internationale Organisation für Migration (IOM) macht auf modernen Sklavenhandel mit Migranten und Flüchtlingen in Nordafrika aufmerksam.

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat am Dienstag in Genf auf den modernen Sklavenhandel mit Migranten und Flüchtlingen in Nordafrika aufmerksam gemacht. In Libyen gebe es regelrechte „Sklavenmärkte“, so der IOM-Vertreter in Libyen, Othman Belbeisi. „Sie gehen zum Markt, und dort können sie für 200 bis 500 Dollar einen Migranten kaufen“, sagte er. Die Käufer könnten ihn dann für „ihre Arbeiten benutzen“.

Der Leiter der IOM-Sondereinsätze Mohammed Abdiker sprach von „katastrophalen Zuständen“ in Nordafrika. Die Migranten, die den Menschenhändlern in die Hände fielen, seien „konfrontiert mit systematischer Mangelernährung, sexuellem Missbrauch bis hin zum Mord“.

Von der IOM eingeholte Zeugenaussagen besagen zudem, dass Frauen sexuell missbraucht oder als Sexsklavinnen eingesetzt wurden. Die Menschen würden „in der Öffentlichkeit verkauft, während sie auf dem Boden hocken“ so der IOM-Vertreter Leonard Doyle gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Auch die Terrororganisation „Islamischer Staat“ betreibt in Syrien und dem Irak Sklavenmärkte und verkauft insbesondere in ihren Augen „Ungläubige“ auf diesen Märkten, an ihre Anhänger.

Weltweit schätzt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), dass rund 21 Millionen Menschen Opfer von Zwangsarbeit und Menschenhandel sind. Allein in Europa sollen mindestens 800.000 Menschen von Zwangsarbeit und Menschenhandel betroffen sein, schätzt die Organisation.